5. März 2026 / Aus aller Welt

Newcastle-Krankheit breitet sich auf Geflügelhöfen aus

Jahrzehntelang war sie verschwunden. Nun breitet sich die Newcastle-Krankheit wieder unter Geflügel aus. Behörden sehen eine erhebliche Gefahr - auch für besondere Vogelhaltungen wie Zoos.

Puten im Stall eines Mastbetriebs. (Symbolbild)

Acht bestätigte Ausbrüche der Newcastle-Krankheit auf Geflügelfarmen in Brandenburg und Bayern beunruhigen Veterinärbehörden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sieht eine erhebliche Gefährdungslage für Geflügelbetriebe und andere Vogelhaltungen wie Zoos, auch in Verbindung mit der ebenfalls zirkulierenden Vogelgrippe. «Die Aufmerksamkeit sollte unbedingt sehr hochgehalten werden», teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. «In den Betrieben sollte ein besonderes Augenmerk auf einen streng kontrollierten Personen- und Warenverkehr gelegt werden. Hinzu kommen neben Pflichtimpfungen alle Maßnahmen der Früherkennung wie das sofortige Testen kranker oder verendeter Tiere.»

Ende Februar hatte das FLI über den bundesweit ersten Ausbruch der meldepflichtigen Viruserkrankung seit 30 Jahren bei Geflügel in Brandenburg informiert. Inzwischen gab es in dem Bundesland einen zweiten bestätigten Fall sowie sechs weitere im bayerischen Landkreis Erding bei München. Weitere Verdachtsfälle würden geprüft, sagte der Sprecher, ohne Einzelheiten zu nennen. Bis Mittwochvormittag seien rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet worden, teilte die Pressestelle mit. 

Ausbrüche auch in Polen, Tschechien und der Slowakei

Die sehr ansteckende Newcastle-Krankheit wird wegen der ähnlichen Symptomatik auch atypische Geflügelpest genannt. Der Erreger, das Newcastle-Disease-Virus (NDV), könne vermutlich prinzipiell alle Vögel infizieren, hieß es vom FLI. Bei anderen Tieren seien bisher keine Fälle bekannt - außer bei Menschen: «Eine Infektion des Menschen ist sehr selten, aber möglich, und bleibt zumeist lokal auf eine Bindehautentzündung beschränkt», schreibt das FLI. Allerdings seien einzelne tödliche Fälle bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem beschrieben. 

Das FLI verweist aktuell auch auf eine Vielzahl von Ausbrüchen in Kleinsthaltungen und Geflügelbetrieben in Polen, Tschechien und der Slowakei. Hinweise auf eine flächige Ausbreitung von aggressiven NDV-Varianten in Wildvögeln gab es demnach zumindest bis Ende voriger Woche nicht - im Gegensatz zu den gleichzeitig in Deutschland auftretenden hochpathogenen Vogelgrippeviren.

Impfpflicht in Deutschland: «Geimpfte Tiere sind schwerer zu infizieren»

Unabhängig von der Bestandsgröße müssen Hühner und Puten einen Impfschutz gegen die Newcastle-Krankheit aufweisen, auch in Kleinsthaltungen. Im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern gebe es in Deutschland eine Impfpflicht gegen NDV.

Zwar könnten sich auch geimpfte Tiere infizieren, heißt es. Aber: «Geimpfte Tiere sind schwerer zu infizieren, scheiden weniger Virus aus und dies über einen kürzeren Zeitraum. Wenn Krankheitszeichen auftreten, sind sie geringer ausgeprägt.» Weil die Schutzwirkung von Impfungen für einzelne Tiere lückenhaft sein könne, sei die Keulung betroffener Bestände sinnvoll. «In der Fläche hat sich die Kombination von Impfung und Tötung betroffener Bestände als wirksam erwiesen, die Erkrankung zurückzudrängen», betonte das FLI.


Bildnachweis: © Philip Dulian/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

B58 zwischen Beckum und Ahlen wird für 6,4 Mio. Euro umgebaut
Politik

Neuer Radweg, breitere Fahrbahn und Kreisverkehr: Das plant die Stadt ab Sommer 2026 für mehr Sicherheit auf der B58.

weiterlesen...
Verkehrsunfall in Beckum-Roland mit tödlich verletztem Kleinkind
Polizeimeldungen

Ein Kleinkind verstarb nach schwerem Unfall. Polizei ermittelt weiter.

weiterlesen...
Mittagstisch im Brauhaus Stiefel-Jürgens in Beckum fällt aus
Gastronomie

Das Restaurant bittet seine Gäste um Verständnis

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Europa will Astronauten zum Mond senden und hat mehr Pläne
Aus aller Welt

Europa liefert eine zentrale Technik für die aktuelle Mondmission und hat eigene Vorhaben. Wann deutsche Astronauten dabei seien sollen und was Europa für die nächsten Jahre auf dem Mond vorhat.

weiterlesen...
Mondmissions-Crew nach Rückkehr zur Erde gefeiert
Aus aller Welt

Als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren haben die «Artemis 2»-Astronauten den Mond umrundet. Jetzt sind die zurück auf der Erde - und zeigen sich nachdenklich.

weiterlesen...
Von Gagarin bis Artemis - Russland fällt in Raumfahrt zurück
Aus aller Welt

Vor 65 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Von solchen Erfolgen kann Moskau heute nur träumen. Das zeigt auch der Wettlauf zum Mond, wo USA und China führen. Kann Russland aufholen?

weiterlesen...