Auch rund zwei Monate nach dem Bekanntwerden einer «Hungersekte» in Kenias Küstenregion Malindi steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Wie das kenianische Innenministerium am Mittwoch mitteilte, wurden mittlerweile 318 Leichen gefunden. Lediglich 95 Menschen seien bislang lebend gerettet worden, 613 Personen würden weiterhin vermisst. Ein örtlicher Sektenführer hatte mit seinen Anhängern isoliert in dem Waldgebiet Shakahola gelebt und soll die Gläubigen aufgefordert haben, sich zu Tode zu hungern, um so Jesus nahe zu sein. Der Vorfall ist mittlerweile als «Shakahola-Massaker» bekannt. Bereits vor zwei Monaten hatte die Polizei nach ersten Hinweisen schwer unterernährte Menschen in dem Waldgebiet vorgefunden, das anschließend auf Massengräber durchkämmt wurde. Laut dem Innenministerium dauern die Exhumierungen noch immer an. In den tiefgläubigen Ländern Ostafrikas gibt es immer wieder Berichte über Sektenführer, die ihre Anhänger mit Heilsversprechen in Abhängigkeit bringen. Einen der schwersten Massenmorde verübte die Sekte «Bewegung für die Wiedereinsetzung der Zehn Gebote Gottes» in Uganda vor 23 Jahren. Dort töteten die Sektenführer mehr als 700 Menschen. Die Sektenführer waren in Erklärungsnot geraten, nachdem ein angekündigtes Ende der Welt nicht eingetreten war.
Bildnachweis: © AP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Mindestens 318 Tote bei «Hungersekte» in Kenia
Um Jesus nahe zu sein, hungerten sich die Anhänger einer Sekte in Kenia zu Tode. Einige Menschen konnten gerettet werden, aber noch werden viele vermisst.
Meistgelesene Artikel
Laut Polizei besteht keine Gefahr für Personen.
- 5. Juni 2026
Schwerer Unfall auf der A2 bei Beckum
Feuerwehr Beckum rettet mehrere Verletzte aus Fahrzeugen
Nach einem bewaffneten Raub in Neubeckum im Mai durchsuchte die Polizei heute mit SEK-Unterstützung eine Wohnung in Beckum.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Misstrauen, Angst und kulturelle Konflikte erschweren den Kampf gegen Ebola im Kongo. Warum das Rote Kreuz jetzt auf neue Wege bei Beerdigungen setzt.
- 15. Juni 2026
Widmung von Albert Einstein in Dortmund aufgetaucht
Eine kleine Widmung und eine Riesen-Überraschung: In einer Literatursammlung, die der Dortmunder Uni-Bibliothek überlassen wurde, finden sich Zeilen von Albert Einstein.
- 14. Juni 2026
Kreis der Blutspender schrumpft – Jüngere gefragt
Rund 15.000 Blutkonserven werden täglich in Deutschland benötigt – doch es gibt immer weniger Spender. Dabei spielen nicht nur Babyboomer eine Rolle, sondern auch die Urlaubssaison.





