23. April 2023 / Aus aller Welt

Menschen in Erdbebengebiet gedenken der Toten

Ende des Ramadans: In der Türkei haben am Sonntag Überlebende der Erdbebenkatastrophe um ihre getöteten Verwandte getrauert.

Weinend sitzt eine junge Frau am Grab ihrer Schwestern, die bei dem Erdbeben im Februar ums Leben gekommen waren.

Zum Ende des Ramadans haben zahlreiche Menschen in der Türkei der Erdbebenopfer vom Februar gedacht. Auf einem Friedhof nahe der stark vom Beben getroffenen Stadt Kahramanmaras pflanzten Menschen Blumen auf den Gräbern ihrer Verwandten, dekorierten Kindergräber mit Kuscheltieren und Süßigkeiten. 6000 Gräber habe man seit den Erdbeben am 6. Februar allein hier neu ausheben müssen, sagte ein Friedhofsmitarbeiter am Sonntag.

Eine Frau erzählte unter Tränen, sie sei gekommen, um ihrer getöteten Verwandten zu gedenken. Auf die Gräber vor sich deutend, erklärte sie, zwei ihrer Schwestern lägen hier begraben, ihre Eltern wenige Meter weiter. Einige Schritte entfernt betete eine Frau an dem Grab ihrer durch das Beben getöteten Tochter und ihrer zehnjährigen Enkelin.

Auf vielen der provisorisch von Holzlatten gerahmten Ruhestätten wehten türkische Flaggen. Über Lautsprecher wurden Koranverse verlesen, immer wieder gingen Menschen schluchzend vor den Gräbern auf die Knie.

In der Türkei fällt das Ende des Ramadans mit einem nationalen Feiertag, dem Kinderfest, zusammen.

Am 6. Februar haben zwei starke Beben den Südosten der Türkei und den Norden Syriens erschüttert. Laut offiziellen Angaben kamen dabei mindestens 57.000 Menschen ums Leben.


Bildnachweis: © Boris Roessler/dpa
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