14. Januar 2026 / Aus aller Welt

Langes Single-Dasein macht Jüngere langfristig unglücklicher

Wer lange Single bleibt, fühlt sich laut einer Studie mit den Jahren unwohler – besonders in den späten Zwanzigern. Doch welche jungen Erwachsenen bleiben voraussichtlich länger alleinstehend?

Für die Studie wurden Antworten von mehr als 17.000 jungen Menschen ausgewertet.

Junge Erwachsene, die dauerhaft Single bleiben, verlieren einer Studie zufolge mit der Zeit stärker an Lebenszufriedenheit und fühlen sich zunehmend einsamer. Diese Belastungen nehmen der Studie der Universität Zürich (UZH) zufolge in den späten Zwanzigern besonders deutlich zu. Auch die Depressivität steige dann an. Frauen und Männer zeigten dabei ein insgesamt ähnliches Muster.

Für die Untersuchung des Teams um Michael Krämer, Oberassistent am Psychologischen Institut der UZH, waren mehr als 17.000 zu Beginn der Studie «partnerschaftsunerfahrene junge Menschen» aus drei repräsentativen Panelstudien in Deutschland und Großbritannien herangezogen worden. Sie wurden demnach im Alter von frühestens 16 bis spätestens 29 Jahren jährlich befragt.

Das Forschungsteam untersuchte zudem, wie die erste romantische Beziehung das Befinden im Zeitverlauf beeinflusst. Das Ergebnis: Sobald junge Erwachsene ihre erste Partnerschaft eingingen, verbesserte sich ihr Wohlbefinden in mehreren Bereichen: Sie wurden demnach zufriedener und fühlten sich weniger einsam – sowohl kurzfristig als auch langfristig. Bei der Depressivität stellten die Forschenden jedoch keinen solchen Erholungseffekt fest.

Menschen mit höherer Bildung im Durchschnitt länger Single

«Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass ein längeres Single-Dasein im jungen Erwachsenenalter mit moderaten Risiken für das Wohlbefinden verbunden ist», sagte Studienleiter Krämer. Während sich dauerhafte Singles und Personen, die später eine Partnerschaft eingingen, in der Jugendzeit kaum unterschieden, nahmen die Unterschiede mit zunehmender Dauer der Single-Phase deutlich zu. «Dies deutet darauf hin, dass es in den späten Zwanzigern schwieriger werden kann, eine erste Partnerschaft einzugehen – zumal ein geringeres Wohlbefinden zugleich die Wahrscheinlichkeit erhöht, länger Single zu bleiben», so Krämer.

Zudem analysierten die Forscherinnen und Forscher, welche jungen Erwachsenen mit höherer Wahrscheinlichkeit länger alleinstehend bleiben. Dabei zeigte sich: Männer, Menschen mit einem aktuell geringeren Wohlbefinden oder einer höheren Bildung sowie diejenigen, die allein oder noch bei ihren Eltern wohnten, blieben im Durchschnitt länger ohne feste Beziehung.

«Die Befunde, dass ein stärkerer Fokus auf Bildung bei manchen Menschen mit dem Aufschieben fester Partnerschaften einhergeht, sind konsistent mit Studien aus der Soziologie», sagte Krämer.


Bildnachweis: © Elisa Schu/dpa
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