11. September 2023 / Aus aller Welt

Invasive Rote Feuerameise erstmals in Europa nachgewiesen

Die Rote Feuerameise gilt als besonders aggressive Art, ihr Biss ist sehr schmerzhaft. Nun wurden die Tiere auch in Europa entdeckt. Befürchtet wird eine Ausbreitung wie auch in anderen Regionen schon.

Die Rote Feuerameise ist laut einer neuen Studie nun auch in Europa angekommen.

Erstmals gibt es einen Nachweis der gefürchteten Roten Feuerameise in Europa. Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien wurden gleich Dutzende Nester der invasiven Art entdeckt, wie ein Forschungsteam im Fachjournal «Current Biology» berichtet. «Wir wussten, dass dieser Tag kommen wird», sagte der Hauptautor Mattia Menchetti vom spanischen Institut für Entwicklungsbiologie.

Befürchtet wird, dass sich die invasive Spezies begünstigt durch den Klimawandel rasch auch in anderen europäischen Ländern ausbreiten könnte. Zunächst seien insbesondere Städte im Mittelmeerraum und Städte mit großen Häfen wie Amsterdam oder London in Gefahr, erläuterte das Forschungsteam.

Ursprünglich aus Südamerika

Ursprünglich aus Südamerika stammend wurden Rote Feuerameisen (Solenopsis invicta) zunächst in die USA eingeschleppt. Die kleinen, aber sehr aggressiven und eine Vielzahl anderer Insekten vertilgenden Tiere verbreiteten sich dort ab etwa den 1930er Jahren rasant, in mehreren US-Regionen wurden die Bestände heimischer Ameisen drastisch reduziert. Zudem kommt es zu hohen Ernteschäden. Im Zuge von weltweitem Handel und Tourismus gelangte die Feuerameise später auch in viele andere Länder wie Japan, China, Australien und Neuseeland. «S. invicta ist eine der schlimmsten invasiven Arten», sagte Menchetti. «Sie kann sich erschreckend schnell ausbreiten.»

Wörtlich übersetzt bedeutet der wissenschaftliche Name Solenopsis invicta «die unbesiegte Feuerameise». Bei einem Angriff beißen die Tiere zunächst und spritzen dann Sekret aus ihrem Giftstachel in die Wunde, oft mehrmals direkt hintereinander. Das Sekret enthält Substanzen, die eine brennende Hautreaktion hervorrufen. Die Attacken sind auch für Menschen sehr schmerzhaft und verursachen juckende rote Pusteln. Für Allergiker kann im Extremfall sogar Lebensgefahr bestehen.

88 Nester nahe sizilianischer Stadt

Die Wissenschaftler wiesen nahe der sizilianischen Stadt Syrakus auf einer fünf Hektar großen Fläche 88 Nester mit teils mehreren Tausend Ameisen nach. Anwohner hätten von Beißattacken seit mindestens 2019 berichtet. Wie genau die Art nach Sizilien gelangte, ist bislang unklar - nach Genanalysen wahrscheinlich über Routen aus den USA oder China. Vermutet wird eine Reise über Handelsschiffe und Windströme.

Der Studie zufolge waren einzelne Rote Feuerameisen auf dem europäischen Kontinent zuvor schon auf Importprodukten etwa in Spanien, Finnland und den Niederlanden gefunden worden. Eine Population in freier Natur gab es nach bisherigem Wissen aber noch nie.

Neuseeland konnte die Feuerameise wieder ausrotten

Das einzige Land, das die Rote Feuerameise mit einem mehrjährigen Programm wieder ausrotten konnte, ist den Angaben nach Neuseeland. Die Wissenschaftler empfehlen, sich an dem Inselstaat im Pazifik ein Beispiel zu nehmen. «Wir brauchen ein koordiniertes Vorgehen, und zwar jetzt», betonte Menchetti.


Bildnachweis: © Jesse Rorabaugh/eurekalert.org/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Mediterranes Flair im Biergarten vom Hotel-Restaurants Alt Vellern****
Gastronomie

Regionale und saisonale Küche trifft im Hotel-Restaurants Alt Vellern**** auf eine gemütliche Außengastronomie.

weiterlesen...
Haus Köller schließt zum Jahresende: Abschied nach über 50 Jahren
Lokales

Nach mehr als fünf Jahrzehnten endet im Haus Köller in Beckum eine lange Gastronomietradition. Familie Rau hofft, noch einen Nachfolger zu finden.

weiterlesen...
Vollsperrung in Neubeckum: Stadt Beckum saniert Kreuzung Bahnhofstraße
Meldung der Stadt Beckum

Die Umleitung führt über die Dyckerhoffstraße und die Ennigerstraße!

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Umfrage: Vier von zehn Menschen schlafen zu wenig
Aus aller Welt

Weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht? Experten zufolge ist das zu kurz. In Deutschland trifft das aber auf viele Menschen zu. Vor allem eine Gruppe ist betroffen, wie eine Untersuchung zeigt.

weiterlesen...
Rekordwärme in Europas Meeren geht auf Klimawandel zurück
Aus aller Welt

Fast überall an Europas Küsten ist das Meerwasser extrem warm. Ohne den Klimawandel wären solche Temperaturen praktisch unmöglich, betonen Forscher – und mahnen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.

weiterlesen...
Ebola-Ausbruch noch lange nicht unter Kontrolle
Aus aller Welt

Bald 100 Tage sind seit Bekanntwerden des Ebola-Ausbruchs im Kongo vergangen, über 5.000 Krankheitsfälle wurden nachgewiesen. Doch es könnte alles noch deutlich schlimmer sein.

weiterlesen...