13. März 2026 / Aus aller Welt

Gletscher in Österreich schrumpfen zu grauen Mini-Arealen

Einzelne Gletscher in Österreich sind zuletzt um mehr als 100 Meter zurückgegangen. Immer deutlicher zeichnet sich ab: Die Gletscher in den Alpen verschwinden – und das hat Folgen.

Die Gletscher in Österreich ziehen sich aufgrund des Klimawandels weiter zurück.

Der Schwund der Gletscher in Österreich setzt sich unvermindert fort. Die Eisflächen seien im Beobachtungszeitraum 2024 und 2025 im Durchschnitt um etwa 20 Meter geschrumpft, berichtet der Österreichische Alpenverein. Der Verlust von Länge, Fläche und Volumen betreffe praktisch alle der 96 beobachteten Areale. «Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es Alpen ohne Gletscher geben wird», sagte die Vizepräsidentin des Alpenvereins, Nicole Slupetzky. 

Besonders der Alpeiner Ferner in Tirol und das Stubacher-Sonnblick-Kees im Bundesland Salzburg verzeichnen laut Alpenverein die größten Verluste mit einem Rückgang von mehr als 100 Metern. Auch an der Pasterze, Österreichs größtem Gletscher am Großglockner, schreite der Zerfall der Gletscherzunge weiter voran – und mache die Folgen des Klimawandels sichtbar, heißt es in dem Gletscherbericht 2024/2025. 

Einzelne Gletscher gäben jetzt schon einen Vorgeschmack auf das künftige Bild, sagte Gerhard Lieb von der Universität Graz. Die Areale würden zu «unansehnlich grau-weißen Flächen am Fuße geschützter Felswände.» Eine Folge sei auch, dass überall dort, wo Gebiete eisfrei würden, die Gefahr von Felsstürzen und Steinschlag zunehme, heißt es.

Gletscher sind wichtige Süßwasserspeicher

Die Witterung im untersuchten Zeitraum sei wiederum sehr ungünstig für die Gletscher gewesen, sagte Andreas Kellerer-Pirklbauer vom Gletschermessdienst des Alpenvereins. Einem schneearmen und warmen Winter sei ein außergewöhnlich warmer Frühsommer gefolgt. Gleichzeitig wurde laut Alpenverein ein Niederschlagsdefizit von 24,5 Prozent verzeichnet. «Viele Gletscher verlieren nicht nur an Länge, sondern treten zunehmend in eine Phase des strukturellen Zerfalls ein», so Kellerer-Pirklbauer.

Die Entwicklung halte nun seit etwa 20 Jahren an. 2003 sei das erste richtig katastrophale Jahr für die Gletscher gewesen, sagte Lieb. Gletscher sind Süßwasserspeicher, die durch ihr Schmelzwasser eine wichtige Rolle bei der Wasserversorgung spielen.


Bildnachweis: © Sabine Dobel/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

B58 zwischen Beckum und Ahlen wird für 6,4 Mio. Euro umgebaut
Politik

Neuer Radweg, breitere Fahrbahn und Kreisverkehr: Das plant die Stadt ab Sommer 2026 für mehr Sicherheit auf der B58.

weiterlesen...
Verkehrsunfall in Beckum-Roland mit tödlich verletztem Kleinkind
Polizeimeldungen

Ein Kleinkind verstarb nach schwerem Unfall. Polizei ermittelt weiter.

weiterlesen...
Mittagstisch im Brauhaus Stiefel-Jürgens in Beckum fällt aus
Gastronomie

Das Restaurant bittet seine Gäste um Verständnis

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Europa will Astronauten zum Mond senden und hat mehr Pläne
Aus aller Welt

Europa liefert eine zentrale Technik für die aktuelle Mondmission und hat eigene Vorhaben. Wann deutsche Astronauten dabei seien sollen und was Europa für die nächsten Jahre auf dem Mond vorhat.

weiterlesen...
Mondmissions-Crew nach Rückkehr zur Erde gefeiert
Aus aller Welt

Als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren haben die «Artemis 2»-Astronauten den Mond umrundet. Jetzt sind die zurück auf der Erde - und zeigen sich nachdenklich.

weiterlesen...
Von Gagarin bis Artemis - Russland fällt in Raumfahrt zurück
Aus aller Welt

Vor 65 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Von solchen Erfolgen kann Moskau heute nur träumen. Das zeigt auch der Wettlauf zum Mond, wo USA und China führen. Kann Russland aufholen?

weiterlesen...