15. Januar 2026 / Aus aller Welt

Gletscher-Eis für die Nachwelt: Archiv am Südpol eröffnet

Der Klimawandel bedroht Gletscher weltweit. Um auch der Nachwelt Einblick in das Gletschereis der Berge zu geben, haben Fachleute nun ein Schutz-Archiv eröffnet. An einem besonders kalten Ort.

Ein Blick ins Innere der Eiskammer.

In der Antarktis hat ein internationales Forscherteam das nach eigenen Angaben erste Schutz-Archiv für Gletschereis eröffnet. Ziel des Vorhabens ist es, Proben des vom Klimawandel bedrohten Bergeises für die Nachwelt zu bewahren. Als Erstes zogen in die minus 51 Grad Celsius kalte Eiskammer zwei Eiskerne aus den Alpen ein.

Eiskerne aus den Anden und dem Kaukasus erwartet

Die Proben vom Mont Blanc und dem Grand Combin lagern nun in der 35 Meter langen, 5 Meter hohen und 5 Meter breiten Höhle. Sie ist metertief in die Schneeschichten bei der französisch-italienischen Forschungsstation Concordia gegraben.

Eisblöcke aus den Anden, dem Pamir und dem Kaukasus sollen folgen. Innerhalb von 20 Jahren sollen 20 Gletscherproben konserviert werden, sagte eine Sprecherin des Forschungsprojektes Ice Memory. Einige Eiskerne seien bereits entnommen worden, befänden sich aber noch in Kühlschränken oder würden untersucht.

Eismassen als «Zeitkapseln»

Das Eis ist für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Vermächtnis unvorstellbaren Werts. «Als Zeitkapsel beinhalten die Eiskerne die Atmosphäre der Vergangenheit», heißt es von dem Projekt, an dem Fachleute aus Italien, Frankreich und der Schweiz beteiligt sind.

Doch der Klimawandel bedroht die Eismassen auf der Erde. Im vergangenen Jahr teilte der Welt-Gletscher-Beobachtungsdienst (WGMS) der Universität Zürich mit, dass seit 1976 die Gletscher knapp 9.200 Gigatonnen Eis verloren hätten. Das entspreche einem 25 Meter dicken Eisblock von der Größe Deutschlands.

Langwieriger Transport unter kalten Bedingungen

Eine besondere Herausforderung für das Schutz-Vorhaben ist es, die Eismassen in die Antarktis zu bringen. Denn das Eis darf unterwegs nicht schmelzen. Schon Mitte Oktober begann der Weg der zwei Eisproben in das Südpolargebiet. Die 1,7 Tonnen Eis waren auf einem Schiff unterwegs und wurden bei minus 20 Grad Celsius gelagert. Im Anschluss ging es per Spezialflug weiter, bei dem ebenfalls sichergestellt werden musste, dass die kostbare Fracht nicht erwärmt wird.


Bildnachweis: © Gaetano Massimo Macri/PNRA/IPEV/dpa
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