16. August 2026 / Aus aller Welt

Gesundheitsrisiko Waldbrand: Wieso der Rauch gefährlich ist

Waldbrände hinterlassen verheerende Schäden – und die können beim Menschen sogar langfristige Folgen haben. Kleine Feinstaubpartikel können tief in die Lunge und sogar ins Blut gelangen.

Es brennt im Hohen Venn - das hat auch Folgen für die Menschen in Monschau.

Waldbrände sind nicht nur durch ihre zerstörerischen Flammen gefährlich – der dabei entstehende Rauch stellt auch ein Gesundheitsrisiko dar. Die Stadt Monschau hat ihren Bürgerinnen und Bürgern genau aus diesem Grund empfohlen, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. 

Was kann der Rauch verursachen?

Die bei Waldbränden entstehenden Rauchschwaden sind ein komplexes Gemisch aus verschiedenen Gasen und sehr feinen Teilchen, die entstehen, wenn Bäume, Sträucher, aber auch Gebäude und andere Materialien brennen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind besonders Feinstaubpartikel namens PM2.5 besorgniserregend, weil sie eingeatmet werden und so tief in die Lunge gelangen können. Das wiederum kann demnach Husten, Augen- und Halsbeschwerden, Kopfschmerzen oder Atemlosigkeit auslösen.

Da die Teilchen aber sogar in den Blutkreislauf gelangen können, können sie prinzipiell alle menschlichen Organe betreffen. Die Partikel lösen dem Umweltbundesamt (UBA) zufolge Entzündungen und Stress in Zellen aus. Je nachdem, wie lange dies anhält, können Erkrankungen die Folge sein. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Demenz oder Diabetes Typ II werden laut dem UBA mit Feinstaub in Verbindungen gebracht.

Wer ist besonders gefährdet?

Bei Menschen mit Asthma, chronischen Lungen- oder Herzkrankheiten könnten sich die Symptome verstärken, heißt es von der WHO. Zudem seien Ältere und Babys sowie Kinder stärker als andere gefährdet, bei den Kleinen entwickle sich die Lunge erst noch. Auch Behinderte und Schwangere gehören zu den Risikogruppen – und nicht zuletzt Einsatzkräfte, die an vorderster Front die Brände bekämpfen.

Wie nah am Brand wird es gefährlich für Menschen? 

Weil unterschiedliche Witterungsbedingungen – wie etwa Wind – aber auch verschiedene persönliche Reaktionen auf Schadstoffe eine Rolle spielen, lasse sich kein pauschal sicherer Abstand zu Waldbränden festlegen, schreibt das Umweltbundesamt. Mit zunehmendem Abstand zum brennenden Bereich nehme jedoch die Wahrscheinlichkeit für akute Auswirkungen durch die Rauchbelastung ab. Ab einigen hundert Metern würden eher die oben beschriebenen Auswirkungen durch Feinstaub relevant.

DIe WHO weist darauf hin, dass der Rauch von Waldbränden sich über weite Regionen und sogar Länder oder Kontinente hinweg ausbreiten und die Luftqualität von Orten in der entsprechenden Windrichtung deutlich verschlechtern kann – auch für Menschen, die weit entfernt wohnen.

Was kann man tun, um sich zu schützen? 

Die WHO rät:

  • Empfehlungen der lokalen Behörden befolgen.
  • Möglichst drinnen bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.
  • Klimaanlagen nicht in einem Modus nutzen, in dem sie Außenluft hineinlassen und in den Innenräumen zirkulieren lassen.
  • Draußen eine FFP2-Maske tragen.
  • Bei Symptomen medizinischen Rat suchen.

Bildnachweis: © Max Lametz/dpa
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