Bei dem im Sommer in der Grube Messel entdeckten Fossil eines Säugetiers handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein weiteres Urpferdchen. «Die Präparation ist noch nicht komplett fertig», sagte Grabungsleiter Torsten Wappler vom Hessischen Landesmuseum in Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur. Es sei ein relativ kleines Tier. «Das war ein Jungtier, in jedem Fall.» Das Fossil war im Sommer in der Unesco-Welterbestätte entdeckt und von Wappler als «spektakulärer Fund» bezeichnet worden. Spektakulär sei an dem Fund der Mageninhalt. «Wir haben im Magen vier Zähne gefunden, möglicherweise Milchzähne des Tieres», sagte Wappler. Das sei so in Messel noch nicht vorgekommen. Die Zähne würden wie die eines Urpferdchens aussehen. Es komme auch heute vor, dass Huftiere Zähne verschlucken. «Die Urpferdchen sind eigentlich Pflanzenfresser gewesen.» Wappler zufolge sind in Messel bislang rund 60 komplett erhaltene Urpferdchen im Ölschiefer entdeckt worden. Urpferde sind ein ausgestorbener Zweig innerhalb der Pferde. Sie lebten vor etwa 50 Millionen Jahren in Mitteleuropa und wurden nicht viel größer als Dackel. Die Grube Messel in Südhessen mit ihren bedeutenden Fossilienfunden ist 1995 zum ersten Unesco-Weltnaturerbe in Deutschland ernannt worden. Die Funde sind Zeugnis einer Welt lange nach dem Aussterben der Dinosaurier und lange bevor die Evolutionsgeschichte Neandertaler oder den modernen Menschen hervorbrachte. Die größte Sammlung an Messel-Fossilien besitzt das Landesmuseum.
Bildnachweis: © Andreas Arnold/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Fund in Grube Messel sehr wahrscheinlich Urpferdchen
Die Grube Messel ist eine wahre Schatzkammer der Evolution. Bislang wurden rund 60 komplett erhaltene Urpferdchen entdeckt. Vor kurzem gab es einen weiteren spektakulären Fund.
Meistgelesene Artikel
Laut Polizei besteht keine Gefahr für Personen.
- 11. Mai 2026
Tedox in Beckum schließt Ende Mai
Stadt prüft Zukunft der Fläche!
- 5. Juni 2026
Schwerer Unfall auf der A2 bei Beckum
Feuerwehr Beckum rettet mehrere Verletzte aus Fahrzeugen
Weitere Artikel derselben Kategorie
Immer verfügbar, stets zuvorkommend, keine Ego-Touren: Im Gespräch mit KI-Bots fehlt der menschliche Faktor. Kann das unter Umständen auch ein Vorteil sein – vielleicht sogar die Zukunft der Romantik?
Teamwork und im Zweifel lieber Vorsicht: Ein Alarm auf der ISS zeigt, was im All zählt – und wo die Schwachstellen des internationalen Projekts liegen.
- 7. Juni 2026
Studie: Menschen sind kooperativer als sie denken
Eine globale Studie mit positivem Ergebnis: Die meisten Menschen sind kooperationsbereit, auch wenn das für sie Nachteile bedeutet. Auffällig ist das Resultat für Deutschland.





