Die europäische Raumfahrtagentur Esa will Europas Rolle im All mit Wettbewerb und Innovation stärken. Bis 2028 will die Organisation ein europäisches Raumfahrzeug entwickeln lassen, dass Fracht zur Internationalen Raumstation ISS und zurück zur Erde bringen kann. Auf dem Weltraumgipfel der Esa in Sevilla brachten die Esa-Länder dafür am Montag einen Wettbewerb zwischen europäischen Unternehmen auf den Weg. Am Dienstag stehen Gespräche zwischen der Esa und der EU an, unter anderem zur Nachhaltigkeit. Bereits am Montag hatte die Esa beschlossen, im Kampf gegen den Klimawandel enger mit der EU zusammenzuarbeiten. Daten aus dem All sollen dazu verstärkt genutzt werden. Auch will die Esa die Raumfahrt selbst nachhaltiger gestalten. Bis 2030 will sie das Entstehen von Weltraummüll in den Umlaufbahnen von Erde und Mond bei kommenden Missionen drastisch einschränken. Am Dienstagnachmittag will die Esa erste Bilder ihrer neuen Mission zur Erforschung Dunkler Materie und Dunkler Energie veröffentlichen. Die Sonde «Euclid» war Anfang Juli in den Weltraum gestartet. Ihr Teleskop soll unter anderem dabei helfen, auf die Entfernung von Galaxien zu schließen. Die Esa will so einen Blick in die Vergangenheit des Universums werfen und dessen Entwicklung innerhalb der letzten zehn Milliarden Jahre erforschen. Insgesamt sollen Daten zu Milliarden von Galaxien gesammelt werden, um mit deren Hilfe mehr über die Dunkle Materie und die Dunkle Energie zu erfahren. Esa-Chef Josef Aschbacher sprach mit Blick auf den beschlossenen Wettbewerb für ein Frachtgefährt von einer sehr wichtigen Entscheidung. «Das bringt Europa auf einen sehr guten Weg für die Weltraumerkundung.» Er sieht für Europa eine Chance, kommerziellen Anbietern künftig den Transport von Fracht anzubieten. Dadurch könnte sich im Austausch etwa die Nutzung zukünftiger kommerzieller Raumstationen und der Flug von Astronauten dorthin ergeben. Das Gefährt könnte später für die bemannte Raumfahrt weiterentwickelt werden und auch andere Ziele anfliegen, wenn die Länder dies wollten, hieß es von der Esa. Ein autonomer Zugang zum All ist für die Esa ein wichtiges Thema. In Kourou in Französisch-Guyana gibt es einen europäischen Weltraumbahnhof und die Esa kann mit europäischen Trägerraketen Satelliten ins All bringen. Ein europäisches Raumschiff für bemannte Flüge gibt es hingegen nicht. Die Esa will außerdem einen Wettbewerb für neue Trägerraketen ausrufen. Man müsse die Art ändern, wie Raketen beschafft würden und sei dicht an einem Paradigmenwechsel hin zu einem Wettbewerbsmodel, sagte Aschbacher. Man wolle künftig dynamischer und schneller mit der Industrie interagieren. Anna Christmann, Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt und Vorsitzende des Gipfels, sagte: «Mit der European Launcher Challenge setzen wir auf Wettbewerb und Innovation bei Trägerraketen, das wird ein Meilenstein für den europäischen Zugang zum All.» Deutschland, Frankreich und Italien erklärten anlässlich des Gipfels, die europäischen Trägerraketen Ariane 6 und Vega C zusätzlich finanziell unterstützen zu wollen. Die beiden Raketen sollen Europas Raumfahrt wettbewerbsfähiger machen. Derzeit steckt Europa mit Blick auf seine Trägerraketen aber in einer Krise. Die Vega C bleibt nach dem missglückten ersten kommerziellen Flug im Dezember am Boden. Die größere Ariane 6 soll nach mehrjähriger Verzögerung im kommenden Jahr erstmals abheben. Weil die letzte Ariane 5, die Vorgängerin der Ariane 6, bereits abgehoben ist, hat Europa aktuell keine eigenen Kapazitäten, größere Satelliten ins All zu befördern.Esa will erste Bilder von «Euclid»-Mission zeigen
Wettbewerb wichtiges Thema bei Gipfel
Deutschland will Trägerraketen stärker unterstützen
Bildnachweis: © Rolf Vennenbernd/dpa
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Esa setzt auf Wettbewerb - Warten auf «Euclid»-Bilder
Das Thema Kommerzialisierung rückt bei Europas Bemühungen in der Raumfahrt stärker in den Blick. Auf dem Weltraumgipfel der Esa wurdengleich zwei Wettbewerbe angeschoben. Und die Esa will besondere Bilder präsentieren.
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