20. November 2025 / Aus aller Welt

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling Schmetterling des Jahres

Der Schmetterling braucht eine bestimmte Pflanze und eine Ameisenart zum Leben. Doch deren Bestände gehen zurück - mit gravierenden Folgen für den kleinen Falter.

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist der «Schmetterling des Jahres» 2026 .

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist Schmetterling des Jahres 2026. Das teilten der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die BUND NRW Naturschutzstiftung mit. Sie wählten den Tagfalter zusammen mit Schmetterlingsforschern aus. 

Die Wahl sei auf den Bläuling gefallen, weil er durch die Klimakrise und durch intensive Landnutzung zunehmend gefährdet sei, hieß es. Der unscheinbare zimtbraune Falter ist vor allem in Süddeutschland beheimatet. 

Der Schmetterling mit einer Spannweite von bis zu 33 Millimetern sei als ökologischer Spezialist auf zwei weitere Arten angewiesen, eine spezielle Pflanze und eine Ameisenart, den Großen Wiesenknopf und die Knotenameise. Die Blüten des Großen Wiesenknopfs nutze der Falter als Nahrungsquelle und zur Eiablage. Die Larven würden dann von Knotenameisen in deren Nester getragen, wo sie sich von der Ameisenbrut ernährten, verpuppten und im folgenden Sommer als Falter schlüpften.

Komplexes Zusammenspiel von Pflanze, Falter und Ameise 

«Dieses komplexe Zusammenspiel von Pflanze, Falter und Ameise ist faszinierend – und zugleich extrem störanfällig», sagte Jochen Behrmann von der BUND NRW Naturschutzstiftung. «Schon kleine Veränderungen in der Bewirtschaftung oder im Klima können dieses fragile Gleichgewicht aus dem Takt bringen.»

Die Bestände des Großen Wiesenknopfes seien durch intensivere Grünlandnutzung stark zurückgegangen. Zugleich werde die Knotenameise seltener, da vielerorts die Böden trockener würden. Als Folge werde der Lebensraum des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings kleiner und sein Bestand schrumpfe.


Bildnachweis: © Tim Laussmann/BUND/dpa
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