4. Dezember 2023 / Aus aller Welt

Der Igel ist das Tier des Jahres 2024

Tausende Stacheln, Einzelgänger und Winterschläfer - der Igel ist zum Tier des Jahres gewählt worden. Er konnte sich damit gegen andere niedliche Konkurrenz aus der Stadt durchsetzen.

Der Igel ist zum Tier des Jahres 2024 gewählt worden.

Er ist gerade einmal 20 Zentimeter hoch und hat etwa 6000 Stacheln: Der Igel ist zum Tier des Jahres 2024 gewählt worden. Der in fast ganz Deutschland verbreitete Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) habe sich dabei klar gegen das Eichhörnchen und den Rotfuchs durchsetzen können, teilte die Deutsche Wildtierstiftung mit. Gewählt hatten die Spenderinnen und Spender der Stiftung. Das tun sie seit 2017, um auf die Gefährdung eines Wildtieres, die Bedrohung seines Lebensraumes oder einen Mensch-Wildtier-Konflikt aufmerksam zu machen.

Beim Igel gehe es vor allem darum, dass er immer weniger passenden Lebensraum finde. «Damit hat ein Wildtier die Wahl zum Tier des Jahres gewonnen, das wohl jedes Kind kennt - das es aber in unserer Kulturlandschaft immer schwerer hat», sagte Wildtierbiologe und Stiftungsvorstand Klaus Hackländer. So hätten auf dem Land aufgeräumte Agrarlandschaften die früher üblichen Hecken, Gehölze und artenreichen Magerwiesen verdrängt.

Der Igelbestand nimmt schleichend ab

Die Igel würden deshalb in die Gärten und Grünanlagen in Siedlungsgebieten ausweichen. Dort gebe es Schätzungen zufolge mittlerweile bis zu neunmal so viele Igel wie auf dem Land. Schottergärten, versiegelte Flächen, Autos und Mähroboter würden den Stacheltieren aber auch hier das Leben schwer machen. Der Igel wird den Angaben zufolge auf der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands in der Kategorie «Vorwarnliste» geführt, sein Bestand nimmt schleichend ab.

Wer dem nachtaktiven Tier und Winterschläfer helfen will, lässt in seinem Garten wilde Ecken zu, in denen Igel sich verstecken, Nachwuchs zur Welt bringen und schlafen können. Zuletzt waren Schweinswal, Fischotter, Maulwurf, Reh und Wildkatze die Tiere des Jahres.


Bildnachweis: © Jonas Walzberg/dpa
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