Die britische Regierung will mit einer Reform des Glücksspielrechts Süchtige besser schützen. Entsprechende Pläne stellte Kulturministerin Lucy Frazer am Donnerstag im Unterhaus vor. Damit sollten Lücken geschlossen werden, die durch die Verlagerung des Glückspielmarkts auf Smartphones entstanden seien, sagte Frazer. In einem Gastbeitrag für die «Times» hatte sie zuvor geschrieben: «Früher musste man Flüge buchen, um nach Las Vegas zu kommen, jetzt gibt es ein Las Vegas in jedem Handy.» Frazer zufolge geben Briten jedes Jahr zehn Milliarden Pfund (ungefähr 11,3 Mrd Euro) für Wetten aus. Jeder Dritte setze Geld beim Pferderennen Grand National ein. Frazer betonte, für die Mehrheit der Briten sei Glücksspiel «eine harmlose Weise, einen Fünfer auszugeben». Manche führe die omnipräsente Möglichkeit zum Glücksspiel auf dem Smartphone aber auf einen «gefährlichen Weg». Den geplanten Gesetzesänderungen zufolge sollen Obergrenzen für Wetteinsätze Spieler davor schützen, sich finanziell zu ruinieren. Für Online-Spielautomaten sollen beispielsweise Höchstbeträge zwischen 2 und 15 Pfund gelten. Ebenfalls geprüft werden sollen auch Schwellen, ab denen eine oberflächliche Bonitätsprüfung verpflichtend wird. Einem am Donnerstag veröffentlichten Weißbuch zufolge ist dafür eine Schwelle von 125 Pfund am Tag im Gespräch. Genauere Prüfungen sollen demnach ab Verlusten von 1000 Pfund am Tag oder 2000 Pfund in einem Zeitraum von 90 Tagen erfolgen. Kritikern gehen die Pläne nicht weit genug. Der liberaldemokratische Abgeordnete und frühere Parteichef Tim Farron kritisierte, es seien weiterhin keine Beschränkungen für Werbung von Wettanbietern vorgesehen. Damit würden nicht zuletzt auch Kinder im TV mit Werbung «bombardiert», schrieb er in einem offenen Brief an die Ministerin.Gesetzesänderungen geplant
Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Britische Regierung will Glücksspielsucht bekämpfen
Die britische Kulturministerin Lucy Frazer setzt sich dafür ein, die Spielsucht mancher ihrer Landsleute einzudämmen. Ihr zufolge geben Briten jedes Jahr Milliarden für Wetten aus. Das kann zum Problem werden.
Meistgelesene Artikel
Laut Polizei besteht keine Gefahr für Personen.
- 11. Mai 2026
Tedox in Beckum schließt Ende Mai
Stadt prüft Zukunft der Fläche!
- 5. Juni 2026
Schwerer Unfall auf der A2 bei Beckum
Feuerwehr Beckum rettet mehrere Verletzte aus Fahrzeugen
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 11. Juni 2026
Ministerium stellt Senderdaten des Buckelwals vor
Was passierte kurz vor dem Tod des als «Timmy» bekannten Buckelwals? Ein Satellitensender könnte Einblicke liefern. Er wurde inzwischen ausgewertet.
Ein gesetzliches Mindestalter zur Nutzung sozialer Medien lehnt der Deutsche Ethikrat ab. Stattdessen solle es Beschränkungen für einzelne digitale Angebote geben. Wie könnte das funktionieren?
- 11. Juni 2026
Großer Walfriedhof im Indischen Ozean entdeckt
So groß, alt und tief ist kein anderer entdeckter Walfriedhof: Im Indischen Ozean haben Forschende fast 500 - teils Millionen Jahre alte - Walüberreste gefunden.





