27. Mai 2026 / Aus aller Welt

Bei der Ebola-Bekämpfung mangelt es an Laboren und Material

Der Nachweis von Ebola-Infektionen in der ostkongolesischen Provinz Ituri bleibt kompliziert. Dem Gesundheitssystem dort mangelt es an fast allem. Was macht die Lage so schwierig?

Medizinische Hilfsgüter werden in die Region des Ebola-Ausbruchs geflogen - doch noch fehlt es in vielen Orten an Material und Laborkapazitäten. (Archivbild)

Fehlende medizinische Ausstattung vor Ort erschwert die Bekämpfung des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Das fange schon beim Nachweis der Krankheit an, erklärt die deutsche Tropenärztin Gisela Schneider aus Tübingen, die die Region aus eigener Erfahrung kennt und für den kirchlichen Verein Difäm dort im Einsatz war. Kollegen vor Ort hätten ihr bestätigt, dass Proben von Verdachtsfällen weiterhin in die 1.700 Kilometer entfernte Hauptstadt Kinshasa geschickt werden müssten. Die Stadt selbst habe noch kein Labor, das die Tests vornehmen könne. Derzeit würden erst Laborkapazitäten aufgebaut. 

Zuletzt hatte die kongolesische Regierung rund 930 Verdachtsfälle und rund 220 Todesfälle gezählt.

Keine Schnelltests für Erreger des aktuellen Ausbruchs

Für den vorherrschenden seltenen Erregerstamm Bundibugyo gibt es zudem keinen Schnelltest. «Menschen, die bestimmte Symptome haben wie schweres Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall, müssen behandelt werden, als ob sie Ebola hätten», so Schneider. «Sie werden gleichzeitig aber auch auf Malaria behandelt und andere Infektionskrankheiten. Bis die Diagnose gestellt ist, müssen die Patienten mehrgleisig behandelt und vor allem isoliert werden.»

Aufbau von Triage-Centern läuft - Material fehlt

Derzeit würden Triage-Center aufgebaut, um Ebola-Verdachtsfälle in Kliniken so frühzeitig wie möglich von anderen Patienten zu trennen, sagte Schneider. Mitarbeiter in Schutzkleidung würden daher am Eingang die Temperatur messen und Fragen stellen, um zu entscheiden, ob Patienten in die reguläre klinische Versorgung oder in den isolierten Bereich für Ebola-Verdachtsfälle kommen. Noch aber fehle es an Material, um die Schutzvorkehrungen in den Gesundheitszentren zu sichern. «Und deshalb kommt es im Moment auch noch zu vielen Infektionen, auch unter Gesundheitsmitarbeitenden.»

Gefährliche Wege in die Region

Hinzu kommt: Es sei schwierig, Hilfsmaterial nach Ituri zu bringen, so Josue Ibulungu, Landesdirektor der Diakonie Katastrophenhilfe. Der Flughafen in Bunia, der größten Stadt in Ituri, ist geschlossen. Auf der Straße dauert die Fahrt drei Tage und führt durch Rebellengebiete. Früher seien Gefahren vermieden worden, indem Helfer über Ruanda und Uganda nach Ituri fuhren. Das ist nun nicht mehr möglich: Ruanda hat die Grenze zum Nachbarland geschlossen.


Bildnachweis: © Andrew Kasuku/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Mediterranes Flair im Biergarten vom Hotel-Restaurants Alt Vellern****
Gastronomie

Regionale und saisonale Küche trifft im Hotel-Restaurants Alt Vellern**** auf eine gemütliche Außengastronomie.

weiterlesen...
Großbrand an der Neubeckumer Straße
Lokales

Feuerwehr im Großeinsatz, Rauch und Geruchsbelästigungen im Stadtgebiet möglich

weiterlesen...
Polizei ermittelt nach mehreren Auseinandersetzungen in Roland
Polizeimeldungen

Zahlreiche Ermittlungen laufen. Polizei bittet Zeugen um Hinweise.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

«ISS der Arktis» auf Expedition - Hund warnt vor Eisbären
Aus aller Welt

Ein internationales Forscherteam driftet mit einem Spezialschiff durch das arktische Eis. Mindestens acht Monate müssen die zwölf Menschen an Bord ausharren. Ein Hund soll sie vor Eisbären warnen.

weiterlesen...
Wie Satellit «Flex» Stress von Pflanzen sichtbar machen soll
Aus aller Welt

Hitze, Verschmutzung, Krankheiten: Pflanzen sind immer wieder großem Stress ausgesetzt. Wie gesund sie sind, könnte ein schwaches Signal zeigen. Genau dieses will ein Satellit nun sichtbar machen.

weiterlesen...
Das Tschilpen verstummt - Spatzen «wie in Luft aufgelöst»
Aus aller Welt

Spatzen gehören zu den beliebtesten Vögeln - und wohnen wegen vieler schmuddeliger Ecken besonders gern in Berlin. Bei den gefiederten Wonneproppen liegt etwas böse im Argen: Sie verschwinden.

weiterlesen...