28. August 2024 / Aus aller Welt

Mysteriöser Schweif - Experten: Satellit statt Meteorit

Kann das ein Meteorit sein? Ein Flugzeugabsturz? Oder doch ein Satellit? Viele Beobachter eines Spektakels am Nachthimmel melden sich am Abend bei der Polizei. Schnell wird die Ursache klar.

Ein Starlink-Satellit ist laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) aus Süddeutschland sichtbar über der Schweiz in die Atmosphäre eingetreten.

Ein heller Lichtschweif am Abendhimmel hat für Aufsehen über weiten Teilen Südwestdeutschlands und der Schweiz gesorgt. Experten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) konnten schnell aufklären: Grund für das schnell ziehende, mysteriöse und stark leuchtende Himmelsspektakel am Dienstagabend war demnach ein Starlink-Satellit, der über der Schweiz in die Erdatmosphäre eintrat und im Südwesten sichtbar war. Das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr habe dem BBK diese Information übermittelt, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes. 

Starlink-Satelliten gehören zum Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk. Sie sollen schnelles Internet überall verfügbar machen und fliegen in rund 500 Kilometern Höhe. SpaceX ist der mit Abstand größte Betreiber mit inzwischen mehr als 5000 Starlink-Satelliten im Erdorbit, etwa 42 000 sollen es insgesamt werden. Dem Unternehmen zufolge stellen abgestürzte Starlink-Satelliten keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. 

In mehreren Städten Baden-Württembergs hatten Menschen bei der Polizei angerufen, weil sie gegen 21.30 Uhr den Feuerschein am Himmel beobachtet hatten. Entsprechende Anrufe gingen etwa bei den Polizeipräsidien in Ravensburg, Konstanz und Stuttgart ein, wie deren Sprecher mitteilten. 

«Wohl Teile eines Satelliten»

Während Anrufer und auch Nutzer der Nachrichtenplattform X hinter dem Spektakel einen Meteoriten vermuteten, dementierten Experten schnell. «Ich würde aufgrund der recht langsamen Geschwindigkeit und der Art der Fragmentierung auf abstürzenden Weltraumschrott oder Ähnliches tippen», sagte der Präsident der Astronomischen Gesellschaft Zürcher Unterland, Fabian Mathis, dem Schweizer «Blick». Der Weltraumspezialist Men Schmidt aus St. Gallen (Schweiz) hat das Ereignis selber beobachtet, wie er der Zeitung sagte. «Eine realistische Erklärung ist, dass es sich um Teile eines Satelliten oder einer Rakete handelt», vermutete er.

Zunehmender Weltraumschrott gefährdet Raumfahrt

Ausgefallene Satelliten oder anderer Weltraumschrott in einer Höhe unter 600 Kilometern fallen nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa innerhalb weniger Jahre wieder auf die Erde zurück. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen sie meistens. Derzeit fliegen Millionen Trümmerteile als Weltraumschrott um die Erde. Außerdem kreisen nach Angaben der europäischen Weltraumbehörde Esa mehr als 12.500 Satelliten um den Planeten - viele davon sind nicht mehr funktionstüchtig. 

Das kann auch für die Raumfahrt zur Gefahr werden. Die chinesische Raumstation «Tiangong» («Himmelspalast») wurde vor Monaten von Weltraumschrott getroffen und musste gewartet werden. Auch die Internationale Raumstation ISS muss immer wieder Trümmerteilen ausweichen.


Bildnachweis: © Tim Meyer/EHL Media/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Großbrand an der Neubeckumer Straße
Lokales

Feuerwehr im Großeinsatz, Rauch und Geruchsbelästigungen im Stadtgebiet möglich

weiterlesen...
Polizei ermittelt nach mehreren Auseinandersetzungen in Roland
Polizeimeldungen

Zahlreiche Ermittlungen laufen. Polizei bittet Zeugen um Hinweise.

weiterlesen...
Großbrand verursacht Verletzte und Behinderungen auf der Neubeckumer Straße
Polizeimeldungen

Feuerwehr löschte Brand in Beckum. Zwei Männer wurden schwer verletzt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Analyse: Erderwärmung erhöhte Risiko für Sturzflut im Nepal
Aus aller Welt

Die rasche Erwärmung im Himalaya verschärft Risikofaktoren für Sturzfluten wie im August in Nepal. Diese können nach Expertenangaben weiterhin geschehen. Das Ausmaß übersteige die Anpassungsfähigkeit.

weiterlesen...
Zahnanalyse bestätigt: Der T. rex war Warmblüter
Aus aller Welt

Von wegen kaltblütige Echse. Forscher haben an Zähnen eines Museums-Dinos gekratzt und wissen nun: Der T. rex hatte eine Körpertemperatur, die gar nicht so weit von unserer entfernt war.

weiterlesen...
Zukunftspreis: Energiespeicher, Chip und Intensiv-Therapie
Aus aller Welt

Drei Projekte aus Bayern und Baden-Württemberg gehen ins Rennen um den Deutschen Zukunftspreis 2026. Was ihre Technologien für Medizin, Energiewende und Digitalisierung leisten können.

weiterlesen...