Erstmals sind in Großbritannien Babys zur Welt gekommen, die das Erbgut von drei Menschen tragen. Das geht aus einem Bericht des «Guardian» vom Mittwoch hervor. Demnach bestätigte die Embryology Authority (HFEA) auf Nachfrage des Blattes, dass eine kleine Zahl von per künstlicher Befruchtung gezeugten Babys bereits unter einem entsprechenden Programm geboren wurde. Es ist nicht das erste Mal weltweit, dass Babys mit drei genetischen Elternteilen auf die Welt gekommen sind, so gab es bereits 2016 in Mexiko und 2019 in Griechenland ähnliche Fälle. Die Technik der Mitochondrial Replacement Therapy (Mitochondrien-Austauschtherapie) wird angewandt, um Schäden bei Kindern zu vermeiden, die durch vererbbare Defekte der sogenannten Mitochondrien-DNA der Mutter entstehen könnten. Fachleute entfernen dafür den Zellkern einer befruchteten Eizelle der Mutter und setzen ihn in eine Eizelle einer anderen Frau ein, deren Zellkern - aber nicht die Mitochondrien - zuvor entfernt worden war. Mitochondrien sind Zellkraftwerke, die ebenfalls Erbmaterial besitzen. Das Erbgut der Eizell-Spenderin ist aber beim Kind auf eine sehr kleine Zahl von Genen beschränkt. 99,8 Prozent des Erbguts stammen von Mutter und Vater. Durchgeführt wurde das Programm durch das Newcastle Fertility Centre. Zu den Geburten wollten sich das Institut unter Berufung auf Persönlichkeitsrechte der Betroffenen aber nicht äußern, wie der «Guardian» berichtete. Dem Blatt zufolge ist eines von 6000 Babys von mitochondrialen Genschäden betroffen.
Bildnachweis: © Sebastian Gollnow/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Babys mit Erbgut von drei Menschen geboren
Das Ziel ist es, Erbschäden zu vermeiden: Bei künstlicher Befruchtung werden einzelne Zellen ausgetauscht. Zu 99,8 Prozent stammt das Erbgut aber von Mutter und Vater.
Meistgelesene Artikel
- 28. September 2026
Polizei ermittelt nach Fund eines toten Säuglings in Beckum
Jeder Hinweis kann auf Wunsch diskret behandelt werden.
- 1. Oktober 2026
Neue Details zum Fund des toten Säuglings in Beckum
Diesmal geht es auch um Gegenstände!
- 16. September 2026
Personelle Veränderungen in der Geschäftsführung von thyssenkrupp Polysius
CEO Christian Myland verlässt das Unternehmen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 7. Oktober 2026
Behörde: Untersuchungen in Irkutsk zeigen keine Pestfälle
Fast 5.000 Tests, aber keine gefährlichen Erreger gefunden: Russische Behörden informieren über die Seuchenvorbeugung nach dem Todesfall in Sibirien.
- 7. Oktober 2026
Chemie-Nobelpreis kürt wichtiges Basiswissen für Medikamente
Die renommierte Auszeichnung im Fach Chemie geht in diesem Jahr nach Frankreich und Japan. Die Forschung der Preisträger spielt eine zentrale Rolle bei der Herstellung sicherer Medikamente.
- 7. Oktober 2026
Gegen Kurzsichtigkeit helfen weder Training noch Karotten
Kurzsichtigkeit lässt sich nicht rückgängig machen. Der Faktencheck zeigt: Übungen, bestimmte Lebensmittel oder Sonnenlicht ersetzen keine Brille.





