31. Januar 2026 / Aus aller Welt

Babys bevorzugt: Raubsaurier erbeuteten junge Sauropoden

Einige pflanzenfressende Dinos erreichten gigantische Größen - sie anzugreifen war riskant. Der Nachwuchs dieser Sauropoden war dagegen für damalige Fleischfresser leichte Beute.

Künstlerische Darstellung des Ökosystems der Dry Mesa Dinosaur Quarry vor etwa 150 Millionen Jahren im heutigen US-Staat Colorado

Bis zu 30 Meter lang und Dutzende Tonnen schwer: Die pflanzenfressenden Sauropoden waren die größten Tiere, die jemals über die Erde stampften. Doch als Beute bevorzugten räuberische Dinosaurier damals nicht diese ausgewachsenen Giganten, sondern ihren jungen Nachwuchs, wie ein internationales Forschungsteam aus der Analyse von Fossilien folgert.

Das Team um Cassius Morrison vom University College London analysierte im US-Bundesstaat Colorado die sogenannte Dry Mesa Dinosaur Quarry. In dieser Formation sammelten sich vor 150 Millionen Jahren über den Zeitraum von etwa 10.000 Jahren erstaunlich viele Dinosaurier-Fossilien an - darunter mindestens sechs Sauropoden-Arten wie Diplodocus, Brachiosaurus und Apatosaurus - sowie auch Fleischfresser samt teilweise erhaltenem Mageninhalt.

«Manche Fossilien weisen ziemlich schreckliche Verletzungen auf»

Aus den Analysen leitet das Team im «New Mexico Museum of Natural History and Science Bulletin» Details zu Lebensweise und Nahrungsgewohnheiten ab. «Ausgewachsene Sauropoden wie Diplodocus und Brachiosaurus waren länger als ein Blauwal. Wenn sie gingen, bebte die Erde», sagt Erstautor Morrison. «Aber ihre Eier waren nur einen Fuß lang, und ihr Nachwuchs brauchte nach dem Schlüpfen viele Jahre zum Wachsen.» 

Schon aufgrund ihrer Größe hätten sich Sauropoden nicht um die Eier kümmern können, heißt es. Ihr Nachwuchs sei daher schutzlos gewesen - ähnlich wie frisch geschlüpfte Meeresschildkröten. Davon hätten Räuber wie der bis zehn Meter lange Allosaurus profitiert. «Manche Allosaurus-Fossilien weisen ziemlich schreckliche Verletzungen auf, etwa entstanden durch die Schwanzstacheln eines Stegosaurus», sagt Co-Autor William Hart von der Hofstra University im US-Bundesstaat New York. Im Vergleich dazu sei der Nachwuchs leichte Beute gewesen.


Bildnachweis: © Sergey Krasovskiy; Pedro Salas/EurekAlert/dpa
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