10. Februar 2024 / Aus aller Welt

Astronaut: Werden außerirdisches Leben nie treffen

Außerirdische, grüne Männchen, Aliens: Die Möglichkeit von Leben irgendwo im Universum beflügelt seit jeher die Fantasien der Menschen. Was sagt der frühere Astronaut Ulrich Walter?

«Ja. Da draußen gibt es welche, aber wir werden sie nie treffen. Selbst kommunizieren werden nie mit ihnen. Aber es muss sie geben», sagt der Physiker und frühere Astronaut Ulrich Walter...

Wissenschaftler vermuten im Universum auch auf anderen Planeten Leben. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es je zu einem Kontakt kommen wird, ist für den Physiker und früheren Astronauten Ulrich Walter extrem gering. «Ja. Da draußen gibt es welche, aber wir werden sie nie treffen. Selbst kommunizieren werden wir nie mit ihnen. Aber es muss sie geben», sagt Walter, der am Freitag seinen 70. Geburtstag feierte. «Das verlangt allein die Logik, weil es nahezu unendlich viele andere Planeten gibt.»

Allerdings: in anderen Galaxien. Diese werde die Menschheit nie bereisen können. «Tatsächlich kann man zeigen, dass man nie Botschaften von ihnen auffangen wird, wenn sie uns welche zuschicken.»

In unserer Milchstraße - laut Walter der «uns zugängliche Teil» des Universums - sei die Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben oder andere Zivilisationen hingegen sehr gering. «Da sind wir eher alleine. Wenn, dann gibt es eine Handvoll, vielleicht zehn oder so, aber selbst da sind die Abstände so groß, dass die Signale anderer im galaktischen Rauschen verschwinden.» Eine Reise sei erst recht nicht möglich. Derartige Flüge würden mehr als 10.000 Jahre in Anspruch nehmen - selbst wenn es nur um ein paar Lichtjahre Entfernung gehe.

«Die Basis für biologisches Leben gibt es überall»

Voraussetzung für Leben nicht nur auf der Erde, sondern auch im Universum seien Wasser, Kohlenstoff und Energie. «Die Basis für biologisches Leben gibt es überall. Die Unwahrscheinlichkeit liegt erstens darin, dass so ein Planet genau die richtige Menge von Energie von einem anderen sonnenähnlichen Stern beziehen muss.» Ein zweiter kritischer Punkt sei, dass dann aus unbelebter Materie eine erste Zelle entstehe.

Andere Formen des Lebens seien kaum denkbar. Dabei gehe es um die Chemie von Informationsträgern wie die DNA. «Es gibt nur ein einziges chemisches Element, nämlich Silizium, das ähnliche Informationsstränge aufbauen kann wie Kohlenstoff.» Komplexe Siliziumverbindungen hätten aber nicht die notwendige Stabilität - und das wichtigste Stoffwechselprodukt sei festes, unlösliches Siliziumdioxid im Vergleich zum gasförmigen, hochlöslichen Kohlendioxid. «Silizium kann also nicht diese Menge Information speichern und es hat nicht das richtige chemische Umfeld.»

Wie die «grünen Männchen» aussehen könnten, lässt Walter offen. Sie müssen für ihren notwendigen Stoffwechsel wie wir einen Nahrungseingang und -ausgang haben. In der Biologie gebe es unterschiedlichste, auf Kohlenstoffchemie beruhende Variationen. «Und die gibt es überall im Weltraum.»


Bildnachweis: © Sven Hoppe/dpa
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