12. Februar 2026 / Aus aller Welt

«Asiens Amazonas»: Kamerafallen entdecken seltene Tierarten

Kamerafallen zeigen: Im Grenzgebiet zwischen Vietnam, Laos und Kambodscha leben seltene Tiere wie Nebelparder und Nashornvögel. Doch Wilderei und Abholzung bedrohen das einzigartige Naturparadies.

Marmorkatzen leben in Südostasien und gelten als gefährdet. Wegen ihrer versteckten, baumbewohnenden Lebensweise ist die Art kaum erforscht.

Nebelparder, Sunda-Pangoline und Malaienbären: Eine großangelegte Kamerafallen-Studie dokumentiert die außergewöhnliche Artenvielfalt des Annamiten-Gebirges – eines 1.100 Kilometer langen Gebirgszugs von Laos und Vietnam bis in den Nordosten Kambodschas. Die Region gilt als letzte Bastion einiger der seltensten Tierarten Südostasiens, darunter das erst im Jahr 2000 wissenschaftlich beschriebene Annamitische Streifenkaninchen (Nesolagus timminsi). Bis jetzt gelang es erst ganz wenige Male, ein Exemplar zu fotografieren. 

Die Region sei so artenreich, dass sie oft als «Asiens Amazonas» bezeichnet werde, teilte die Naturschutzorganisation Fauna & Flora mit, die die Erhebung im vergangenen Jahr mit Unterstützung verschiedener Ministerien aus den drei Ländern durchgeführt hatte. 

Die Aufnahmen entstanden unter anderem im abgelegenen Virachey-Nationalpark im Nordosten Kambodschas. Sie liefern nicht nur spektakuläre Bilder, sondern auch wichtige Daten zu Verhalten, Lebensräumen und der Nähe der Tiere zu menschlichen Siedlungen. 

Bunte Nashornvögel und Kleideraffen mit Bart

Faszinierende Doppelhornvögel – sogenannte «Barometer der Biodiversität» – wurden ebenso erfasst wie Asiatische Elefanten, Marmorkatzen mit ihrem auffallend langen Schwanz, bunte Kleideraffen mit weißem Bart oder Seraue, ziegenähnliche Antilopen. Viele dieser Arten sind stark gefährdet, einige vom Aussterben bedroht - deshalb sind die Bilder eine kleine Sensation.

Doch die Studie zeichnet auch ein alarmierendes Bild: Abholzung, Zerschneidung von Lebensräumen und vor allem wahllos gestellte Drahtschlingen setzen der Tierwelt massiv zu. Letztere könnten Wildtierparadiese in kurzer Zeit in leere Wälder verwandeln, heißt es in dem Bericht. 

Kohlenstoffspeicher für das globale Klima

«Um die Zukunft dieser Biodiversitäts-Hotspots zu sichern, brauchen wir Naturschutz, der sowohl die Bedürfnisse der Tierwelt als auch der lokalen Bevölkerung berücksichtigt», sagte Gareth Goldthorpe, Asien-Pazifik-Berater von Fauna & Flora. Viele Menschen in der Region lebten in großer Armut und seien unter anderem bei der Nahrungssuche auf die Wälder angewiesen. Zugleich speicherten die ausgedehnten Waldgebiete enorme Mengen Kohlenstoff und spielten damit eine wichtige Rolle für das globale Klima.


Bildnachweis: © Fauna&Flora/XinHua/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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