Bei einem verheerenden Brand mehrerer Wohncontainer sind in Tschechien mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer sei heute gegen zwei Uhr morgens ausgebrochen und habe sich rasch ausgebreitet, teilte ein Sprecher der Feuerwehr in Brünn (Brno) mit. Keiner der Bewohner konnte lebend aus dem Inferno gerettet werden. «Vor Ort war niemand, dem wir hätten helfen können», sagte eine Sprecherin der Rettungskräfte. Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala sprach den Angehörigen und Nächsten der Toten sein Beileid aus. «Das ist eine enorme menschliche Tragödie, die niemanden gleichgültig lassen kann», schrieb die Brünner Oberbürgermeisterin Marketa Vankova bei Twitter. Die zweitgrößte tschechische Stadt liegt rund 200 Kilometer südöstlich von Prag. Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen. Die Konstruktion aus zwölf zusammengefügten Wohncontainern wurde auseinandergenommen, um versteckte Glutnester zu finden. Erst in den frühen Morgenstunden konnte der Brand endgültig gelöscht werden. Auf Bildern war zu sehen, dass an den Fenstern Gitter angebracht waren, die eine Flucht auf diesem Wege verhinderten. Die Identität der Toten muss noch geklärt werden. Man müsse annehmen, dass es sich um Obdachlose gehandelt habe, sagte ein Polizeisprecher der Agentur CTK zufolge. Die Container standen nach örtlichen Medienberichten seit Jahren unbenutzt auf einem Grundstück unweit eines Bahnhofsgeländes. Sie seien teils mit Planen abgedeckt und mit Unkraut überwachsen gewesen. Polizei und Feuerwehr nahmen Ermittlungen zur Ursache des Feuers auf. Dabei wird auch geklärt werden müssen, ob Brandstiftung im Spiel war. Erst Mitte April hatte auf dem nahe gelegenen Bahnhof zweimal hintereinander dieselbe ausgemusterte Lokomotive gebrannt. Auch mehrere Waggons gingen dabei in Flammen auf. Ein ähnliches Unglück gab es im Oktober 2010 in Prag: Bei einem nächtlichen Brand in einem zum Abriss bestimmten Bahngebäude starben neun wohnungslose Menschen. Unter den Opfern war nach Angaben der Polizei auch ein 40 Jahre alter Mann, der den Brand nach Zeugenaussagen aus Fahrlässigkeit verursacht hatte. Als größte Brandkatastrophe auf dem Gebiet des heutigen Tschechiens gilt ein Feuer in einem Kinderheim in Medenec im November 1984, bei dem 26 Mädchen ums Leben kamen.Ermittlungen laufen
Bildnachweis: © Vaclav Salek/CTK/AP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Acht Tote bei Brand von Wohncontainern in Tschechien
Mehrere Wohncontainer werden im tschechischen Brünn zur tödlichen Falle, als in der Nacht ein Feuer ausbricht. Die Toten waren vermutlich obdachlos. Handelt es sich um Brandstiftung?
Meistgelesene Artikel
Trotz Plusgraden bleiben alle Schulen geschlossen!
- 23. Januar 2026
Gastronomie-Hoffnung in Beckum: Hotel Samson macht weiter
Das Traditionshaus bleibt mit bewährter Karte, vertrautem Team und frischem Schwung in der Küche erhalten!
Die wichtigsten Termine der Karnevalssession auf einen Blick!
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 9. Februar 2026
Wohl mehr Drogentote durch bestimmte Opioide als bekannt
Bei synthetischen Opioiden wie Fentanyl oder Nitazenen liegt die wirksame Dosis oft nah an der tödlichen. Zum Opfer werden vielfach sehr junge Menschen. Die Todeszahl wird wohl stark unterschätzt.
- 7. Februar 2026
Neue Expedition des Forschungsschiffs «Polarstern»
Geplant sind Untersuchungen zum rapiden Wandel von Meereis und Ökosystemen im antarktischen Weddellmeer. Das Gebiet ist von zentraler Bedeutung für das globale Klima- und Ozeansystem.
- 6. Februar 2026
Großer Salzwassereinbruch aus Nordsee in Ostsee möglich
Der Wasserstand der Ostsee ist auf einem historischen Tiefstand. Als Binnenmeer ist die Ostsee auf Salzwassereinbrüche aus der Nordsee angewiesen. Derzeit stehen die Chancen dafür außergewöhnlich gut.






