15. Juli 2018 / Allgemeines

Stellungnahme der Elternvertretung der PGS Beckum

Zur gemeinsamen Grundschule

Stellungnahme der Elternvertretung der PGS Beckum

Es folgt eine Pressemitteilung der Elternvertretung der PGS (Paul-Gerhardt-Schule) Beckum:

"Ja, wir sehen in der Entscheidung der Stadt Beckum im Gegensatz zu der Eichendorffschule auch sehr viele positive Aspekte. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht eingehend und kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt haben.Nach gründlicher Abwägung sind wir jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass die Vorteile der Zusammenlegung der Paul-Gerhardt-Schule (PGS) und der Eichendorffschule am Standort Kettelerschule für unsere Kinder überwiegen.

Natürlich hätten wir uns auch über einen Verbleib unserer Kinder in der gewohnten Umgebung mit kurzen Schulwegen, geleitet nach evangelischen Werten gefreut. Es ist traurig, dass die einzige evangelische Schule in Beckum unter Umständen wirtschaftlichen Faktoren und demografischem Wandel zum Opfer fallen könnte. Aber wir haben uns auch mit den genauen Umständen dieser Entscheidung befasst und den Fokus auf die aus dem Ratsbeschluss der Stadt Beckum erwachsenden Möglichkeiten und Chancen gelenkt.

Eine Gemeinschaftsschule würde allen Konfessionen Raum bieten, ihre Werte zu vermitteln. Wir sehen die Chancen dieser Gemeinschaftsschule gerade in der Symbiose beider Schulen und wünschen uns eine konstruktive Kooperation.

Bei der Bestimmung der Schulart haben wir Eltern im Übrigen ein Mitbestimmungsrecht – es wird also demokratisch darüber entschieden werden können, ob es sich um eine Bekenntnisschule, Gemeinschaftsschule oder Weltanschauungsschule handeln wird.

Sollte sich die Schulart Gemeinschaftsschule oder aber auch die evangelische Konfession der PGS durchsetzen können, so wäre der frühere Name „Ketteler“ nach dem römisch-katholischen Bischof wohl nicht mehr geeignet und es müsste ein neuer Name gefunden werden.
Sowohl die PGS als auch die Eichendorffschule bedürfen kostenintensiver Instandhaltung- und Instandsetzungsarbeiten.
Hingegen ist die Kettelerschule bereits instandgesetzt worden, ausgestattet mit einem großzügigen Raumangebot. Sie weist zusätzlich zu den Klassenräumen noch gut ausgestattete Räume u.a. auch für die künstlerische, musikalische und handwerkliche Entfaltung unserer Kinder auf. Eine eigene Mensa, Küche und OGS-Räume sind ebenfalls vorhanden. Das alles fehlt beiden Schulen an den jetzigen Standorten bzw. ist nachträglich nur behelfsweise eingerichtet worden.

Der Einwand der Eichendorffschule, Arbeitsplätze würden gefährdet, dürfte wohl auf die vorwiegend verbeamteten Lehrkräfte nicht zutreffen. Außerdem gibt es leider auch derzeit für keine Schule die Garantie, dass Lehrkräfte für immer dort bleiben. Diese werden auch heute schon an allen Schulen von der Bezirksregierung eingestellt, versetzt und abgeordnet.

Die Klassengröße ist in NRW für alle Grundschulen nach der Verordnung zur Ausführung des § 93 Abs. 2 Schulgesetz geregelt. Selbst bei einer 4-zügigen Schule läge die Durchschnittszahl an Schülerinnen und Schülern pro Klasse bei 25 Schülern und würde für die PGS - wie auch für die Eichendorffschule - keine Verschlechterung darstellen. Wie groß eine Klasse ist, hängt also ausschließlich von den Anmeldezahlen ab, und nicht von der „Größe“ der Schule.

Wenn die Eichendorffschule derzeit kleinere Klassen unterhält, dann hieße dies unweigerlich, dass die Anmeldezahlen gering oder zurückgegangen sind. Bei Anmeldezahlen von bis zu 29 Kindern jedenfalls wäre die Eichendorffschule nach der Verordnung einzügig und es stünde eher zu befürchten, dass dann auch diese Schule geschlossen wird.

Wir sehen die Zusammenlegung also eher als Chance, beide Schulen vereint zu erhalten und die Stärken beider Konzepte zu einem hervorragenden gemeinsamen pädagogischen Konzept zu vereinen.

Natürlich ist es schön, wenn Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule fahren können, aber die Realität sieht leider anders aus. Bereits jetzt fahren viele Schulkinder mit dem Bus zur Grundschule. Dies dürfte dem Lernkonzept und der individuellen Förderung unserer Kinder an einer künftigen 4-zügigen Grundschule wohl auch nicht schaden. Mit dem Fahrrad könnten Erst- oder Zweitklässler aus Sicherheitsgründen auch jetzt noch nicht alleine zur Schule fahren und bedürften der Begleitung durch uns Eltern.

Für ausreichende Bewegung an der frischen Luft außerhalb der Schulzeit können wir Eltern auch weiterhin gemeinsam mit unseren Kindern Sorge tragen – dies ist unserer Ansicht nach primär keine staatliche oder kommunale Aufgabe.

Zudem reden wir hier nicht von einer 5- oder 6-zügigen Schule, wie sie an weiterführenden Schulen in Großstädten üblich sind, sondern immer noch von einer mittelgroßen Grundschule.

Uns ist im Übrigen auch keine wissenschaftlich fundierte und gesicherte Erkenntnis bekannt, dass Kinder an mittelgroßen Grundschulen allein aufgrund der Größe der Schule und der Schülerzahl an ADHS erkranken oder weniger gut individuell gefördert werden können. Vielmehr ist es nach Ansicht der Eltern der PGS allein dem Konzept einer Schule geschuldet, wie unsere Kinder den für alle Grundschulen in NRW selben Lehrplan umsetzen. Dies wiederum ist abhängig vom Engagement der Lehrkräfte, Eltern und Kinder.

Wir Eltern der PGS sind überzeugt davon, dass die Lehrerinnen und Lehrer der PGS diese Aufgabe zum Wohle unserer Kinder und der Kinder meistern werden, welche im Jahr 2022 die zukünftige Grundschule am Standort der Kettelerschule besuchen werden  – so wie sie das heute bereits tun. Standort und Größe der Schule sind hierfür nach unserer Ansicht nicht das ausschlaggebende Kriterium.

Wir würden uns mehr Vertrauen seitens der Eichendorffschule in ihre und unsere Lehrkräfte wünschen, die unserer Ansicht nach der Aufgabe sehr wohl gewachsen sind.

Kooperation statt Ablehnung und ein gemeinsames pädagogisches Konzept statt Alleingang sollten hier im Hinblick auf das Wohl der Kinder Priorität haben, auch wenn wir Eltern dafür eventuell auf Annehmlichkeiten, wie z.B. kurze Wege, verzichten müssten. Für unsere Kinder stellt es nämlich oft kein Problem dar, mit dem Bus oder Auto zur Schule gebracht zu werden.

Wir sagen „Ja“ zu einer gemeinsamen Grundschule mit der Eichendorffschule - mit allen Chancen und Möglichkeiten für eine kulturell und pädagogisch anspruchsvolle Grundschule, deren Konzept es gemeinsam zu erarbeiten und umzusetzen gilt."

 

 

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