30. August 2018 / Allgemeines

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart zum Informationsbesuch bei Blumenbecker

Thema Digitalisierung

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart zum Informationsbesuch bei Blumenbecker

In der vergangenen Woche waren wir zu einer ganz besonderen Veranstaltung eingeladen. Das Thema Digitalisierung stand im Mittelpunkt des Besuchs von Prof. Dr. Andreas Pinkwart - Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen - bei der Blumenbecker Gruppe in Beckum. Im Rahmen der zweistündigen Visite stellte Dr. Wolfgang Fink, Geschäftsführer der Blumenbecker Gruppe, Minister Pinkwart am Beispiel von drei Projekten die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens vor.

In einem Podiumsgespräch vor rund 60 geladenen Gästen aus der Beckumer Politik und Wirtschaft tauschte sich der Minister mit Dr. Fink und den Projektleitern über den Stand der Digitalisierung beim Industriedienstleister Blumenbecker aus. Die Herausforderungen und Aufgaben, die Politik und Wirtschaft bei der digitalen Transformation in NRW angehen und lösen müssen, wurden ebenfalls diskutiert.

Die drei in kurzen Videofilmen vorgestellten Projekte zeigen neue digitale Lösungen von Blumenbecker für die Bereiche Flughafenlogistik, Industrieservice und Schaltanlagenproduktion, die sich gewinnbringend für den Kunden in einen Industrie 4.0-Kontext integrieren lassen. Die praktische Umsetzung der neuen digitalen Schaltanlagenfertigung testete der Minister zusammen mit dem Projektverantwortlichen in einer Live-Anwendung direkt auf dem Podium.

Die drei vorgestellten Projekte im Überblick:

  • Smart-Dolly - Digitalisierung am Flughafen
    präsentiert von Ralf Herzog, Geschäftsführer (Blumenbecker Technik GmbH)

    Auf Flughäfen ist die Organisation der Vorfeldprozesse – z. B. der Gepäck- und Frachtguttransport per Zugschleppern mit Anhängern, sogenannten "Dollies" – ein wichtiger Baustein für einen effizienten Betriebsablauf. Für das Pilotprojekt „Smart Dolly" am Leipziger Flughafen wurden erstmals 30 dieser Dollies mit Funk- und Sensortechnologie ausgerüstet, über die verschiedene Statusinformationen digital in Echtzeit gesammelt und an einen zentralen Leitstand übermittelt werden: z. B. Standort, Park- oder Einsatzstatus, Beladungszustand und Wartungsbedarf.

    Dank Echtzeitortung und individueller Kennung kann jeder Dolly je nach Standort und Betriebsstatus bedarfsgerecht mit optimaler Routenplanung eingesetzt oder punktgenau gewartet werden. Das gewährleistet einen zeit- und kostensparenden, sicheren Logistikbetrieb.

    „Smart Dolly" ist ein Projekt der Blumenbecker Technik GmbH, das mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg ins Leben gerufen wurde. Die Marktreife des Systems ist für Ende 2018 geplant.

  • Industrieservice 4.0 - Digitalisierung in der Instandhaltung
    präsentiert von Achim Serak, Operations Manager (Blumenbecker Industrie-Service GmbH)

    Mit der Digitalisierung der Wartung, Prüfung und Instandhaltung industriell genutzten Anlagen und Maschinen, z. B. von Industrierobotern, Elektroantrieben oder Krananlagen, setzt Blumenbecker für seine Kunden einen Meilenstein im Bereich Industrieservice 4.0. Die Kennzeichnung der Betriebsmittel beim Kunden erfolgen durch RFID-Chips. Sämtliche technischen Informationen und Dokumentationen zum Betriebsmittel wie beispielsweise Prüf- und Wartungsberichte sind in einem zentralen Kundenportal hinterlegt und können jederzeit drahtlos abgerufen und interaktiv aktualisiert oder ergänzt werden, z. B. über mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones. Daten zum Betriebszustand und zu aufgetretenen Störungen können ebenfalls erfasst werden.

    Jedes Betriebsmittel kann durch Scannen anhand seiner digitalisierten Daten verwechslungsfrei identifiziert werden. Wird zum Beispiel Blumenbecker mit der Wartung vor Ort beim Kunden beauftragt, kann sich die ausführende Fachkraft alle benötigten Produktinformationen, Herstellervorgaben, Checklisten sowie die Prüfungs- und Reparaturhistorie aus dem Datenportal auf seinem mobilen Endgerät anzeigen lassen und entsprechend der neuen Wartung ergänzen und aktualisieren. Führt der Kunde selbst oder ein andere Industriedienstleister die Wartung durch, können die Ergebnisse ebenfalls im Portal hinterlegt werden. Zusammen mit den aus dem laufenden Betrieb gesammelten und aufbereiteten digitalisierten Daten lassen sich so Prüftermine vorausschauend planen und mögliche Probleme, z. B. Teileverschleiß, frühzeitig erkennen und beheben. Das gewährleistet eine schnelle, bedarfsgerechte und damit kostensparende Wartung und verhindert teure Ausfall- oder Stillstandszeiten der Anlagen.

  • Schaltanlagenfertigung 4.0 - Digitalisierung in der Produktion
    präsentiert von Thomas Hagemann, Abteilungsleiter Innovationsprozessmanagement (Blumenbecker Automatisierungstechnik GmbH)

    Am Beispiel der Schaltanlagenproduktion zeigt Blumenbecker, welche Vorteile die Digitalisierung von Prozessschritten für eine optimierte automatisierte Fertigung bietet – von einzelnen Baugruppen bis hin zum kompletten Produkt. Die Lösung liefert Blumenbecker mit der papierlosen digitalen Erfassung aller für die Fertigung einer Schaltanlage relevanten Daten und Informationen in einer zentralen Daten-Cloud: von den Artikelnummern der einzelnen Bauteile bis hin zur Darstellung des Bauplans für die Anlage. Dabei können auch Daten aus unterschiedlichen Quellen oder Formaten wie CAD- und ERP-Systemen oder aus individuellen Kundenvorgaben verarbeitet werden.

    Alle für den Bau einer Schaltanlage benötigten Bauteile und Baugruppen bekommen einen scanbaren QR-Code, der eine verwechslungsfreie Identifikation garantiert und dem Mitarbeiter in der Fertigung die genaue Positionierung für den Einbau im Schaltschrank anzeigt – virtuell auf einen Arbeitsplatzmonitor und optisch real per Lichtindikator im Schrankgehäuse.

In seinem Abschlusswort zum Ende seines Besuchs zeigte sich Minister Pinkwart beeindruckt vom digitalen Innovationsgeist der Blumenbecker Gruppe und lobte den international aufgestellten Industriedienstleister als ein „Best-practice-Beispiel" für die Region: Dies zeige einmal mehr die Wichtigkeit mittelständischer Unternehmen, die von seinem Ministerium forcierte Digitalisierung der Wirtschaft in NRW voranzutreiben. Der Minister lud Dr. Fink dazu ein, bei der NRW-Plattform Wirtschaft und Arbeit 4.0 mitzuarbeiten und Blumenbeckers Expertise, Anregungen und Ideen in puncto Digitalisierung einzubringen.

Das Fazit von Geschäftsführer Dr. Wolfgang Fink zum Besuch des hochkarätigen Gastes aus Düsseldorf war rundum positiv: „Es freut uns sehr, dass wir Wirtschaftsminister Prof. Dr. Pinkwart, für den die Themen Digitalisierung und Innovation besonders im Fokus stehen, mit unserer Digitalisierungsstrategie und den dazu gezeigten neuen Projekten überzeugen konnten. Sein Interesse an unserem Unternehmen ist eine große Anerkennung für uns und die Arbeit unserer Mitarbeiter bei Blumenbecker.“

 

Im Anschluss an den Besuch bei Blumenbecker, konnten die Gäste der Veranstaltung weitere Innovationen erleben. Die Firma Phönix Zementwerke Krogbeumker GmbH & Co. KG hatte geladen, um das Projekt PHOENIX 2020 vorzustellen. Nach einem leckeren Mittagsbuffet und einleitenden Worten von Geschäftsführer Marcel Gustav Krogbeumker, konnten die Gäste bei einer Werksführung spannende Einblicke in die Modernisierung des Zementwerk PHOENIX erhalten.

Das Zementwerk PHOENIX modernisiert zurzeit umfassend seine bestehende Ofenlinie. Im Fokus stehen sowohl die Abgasreinigung als auch die Energieeffizienz. Nachdem der 1964 gebaute Betonturm 2015 bis 2017 Schritt für Schritt zurückgebaut wurde, konnte 2017 mit dem Neubau von Anlagenteilen begonnen werden.

Im ersten Schritt wurde die bestehende nichtkatalytische Abgasreinigung um einen Katalysator ergänzt. Eine vom TÜV Nord durchgeführte Immissionsprognose zeigt, dass der Stickstoff- und Säureeintrag in die benachbarten Fauna-Flora-Habitat-Gebiete dadurch deutlich reduziert wird.

Im zweiten Schritt (2018/2019) wird die Anlage nun um eine Vorkalzinierung mit Tertiärluftleitung ergänzt, welche von der Europäischen Kommission als "Beste Verfügbare Technik" (BVT) sowohl hinsichtlich der Minderung von Emissionen als auch hinsichtlich der Energieeffizienz erklärt wurde. 

Ein weiteres familiengeführtes Beckumer Industrieunternehmen zeigte damit seine Innovatiionskraft zugunsten unserer aller Umwelt.

 

Der Ministerbesuch bei der Blumenbecker Gruppe und Phoenix Zement kam auf Initiative des Beckumer Industrie e. V. zustande.

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