25. Februar 2020 / Allgemeines

Karsten Koch verabschiedet sich in seiner Rede als Fraktionsvorsitzender

Büttenrede von Karsten Koch am 25. Februar 2020

Es folgt die Büttenrede von Karsten Koch vom 25. Februar 2020:

"Ihr lieben Närrinnen und Narren, eines solltet Ihr wissen: Diese närrische Ratssitzung werde ich besonders genießen. Denn heute ist für mich der Tag der Tage, aber welcher denn? Das ist hier die Frage.

Wer könnte es also wissen und ist nicht plemm plemm?
Vielleicht Prinz Thomas II. von der LVM?
Oder Andreas Kühnel von der Blaulichtfraktion?
Das sind die mit den vielen Verkehrszeichen, Ihr wisst das schon.

Oder wissen es die Frizzi Drizzi Prizzis und sind schon Rage
und holen vor lauter Freude erst einmal den Schnaps aus der Garage? Weiß es etwa der Kämmerer Thomas Wulf ganz hoffnungsvoll
und schreibt für Strothmann dazu ein Protokoll?

Ahnt es die „Glocke? Nein, die nicht. Und wisst Ihr warum?
Die zieht ja nach Oelde und verlässt unser geliebtes Beckum.
Vellern hat schnelles Internet, also weiß es vielleicht der Markus Höhner? Denkt der sich jetzt: Mein Leben wird bald endlich schöner?

So könnte es noch Stunden weiter gehen
und Ihr würdet immer noch nicht klarer sehen
bei der von mir gestellten Frage:
Warum ist denn nun heute für mich der Tag der Tage?

Es ist die Zeit des Auf Wiedersehen und des Bye bye
mit den Briten und der EU ist es ja seit kurzem endgültig vorbei.
Kanzlerin Merkels Tage sind bekanntlich auch gezählt,
Durch AKK und Merz vielleicht noch schon schneller aus dem Amt gequält.

Ich persönlich fände das inzwischen richtig traurig,
aber bei der CDU, der Chaos Durch Uns-Partei – schaurig, schaurig.
In Thüringen reicht als Regierungssitz schon ein Stundenhotel,
so ein AFDP-Ministerpräsidentenrücktritt dort, der geht ganz schön schnell. Jetzt kommt die Neuwahl und die Schwatten haben was Braunes in den Hosen Wer soll den Ramelow wählen? Das müssen die erstmal intern auslosen.

Klinsmann hat sich bei Hertha per Facebook verpisst,
und Kardinal Lehmann bei seinen Brüdern die weiße Flagge gehisst. Viele machen sich aus dem Staub, das habt Ihr vernommen
und so sollte ich jetzt endlich auf den Punkt mal kommen.

Also: Die ganz Alten in Beckum stellen sich tatsächlich die Frage doch: Gab es eigentlich eine Zeit vor Karsten Koch?
Die einen meinen eventuell ja, die anderen ganz klar nein.
Nach so vielen Jahrzehnten, wer wollte sich da sicher sein?

Ich für meinen Teil will gar nicht erst versuchen mich zu winden
und heute unwiderruflich den Koxit verkünden.
Ja, es wird wahr, nach dann 31 Jahren, ich kann es verraten
endet im Oktober meine Zeit als Fraktionschef der Sozialdemokraten.

Und so ist es mein Tag der Tage, es ist mein Finale
hier in dieser geliebten Bütt, in diesem Saale.
Hier schlägt schon heute unweigerlich meine letzte Stunde.
Gregor Stöppel wird sich mit Clausthaler besaufen, bei dieser frohen Kunde.

Meine Monate und Wochen, die sind nun gezählt,
und im Herbst wird dann ein neuer Fraktionsvorsitzender gewählt. Karsten Koch hier in der Bütt, das ist dann passé,
aber Vorsicht an der Bahnsteigkante, denn meiner Partei, der SPD habe ich eines hoch und heilig versprochen,
und meine Versprechen, die werden nicht gebrochen.

Ich bin ja nicht weg, ich bin nur raus.
Und wo immer ich kann, da helfe ich aus.
Wer vielleicht erwartet, mich bald mit Karl-Uwe Strothmann zu sehen, wie zwei ehemalige Fürsten auf dem Marktplatz spazieren gehen - der irrt sich heftig, der irrt sich total,
denn es bleibt kompliziert im Rat, auch nach der Wahl.

Deshalb bleibe ich einfach Spiritus rector – so what
und greife in brenzligen Lagen ein als KK SWAT. Schutzweste an und Sturmmaske über,
denn bin bleibe gefordert, wenn es geht drunter und drüber.

Für alle, die den RTL II-Bildungssender nicht gucken:
Wenn das SWAT-Team reingeht, müssen sich alle ducken.
Also: wenn im Stadtrat Entscheidungen haken wegen der vielen Allüren, dann geh ich rein und regele das -zum Beispiel- mit den Parkgebühren.

Die CDU will freies Parken, aber erst nach 20 Uhr.
Da sind die eisern, da bleiben die sturr.
Und die Brötchentaste muss man nachträglich entlohnen in unserer Stadt, wenn man für die Brötchen von seinem Bäcker keine Quittung hat.
Der CDU reicht es nicht mehr, für einen Euro eine Parkuhr vollzuquatschen, jetzt wollen die in Vellern auch noch mit einem Dialog-Display tratschen.

In solchen Situationen, da ist dann künftig KK SWAT gefordert.
Geht nichts mehr voran, dann werde ich geordert.
Wenn etwa der Tarner die Bauausschusssitzung schwänzt,
aber dann dennoch durch Anwesenheit auf der Zuschauerbank glänzt.

Oder wenn sich die Politiker mit der blauen Lagune befassen
Und sich fragen: Lieber einzäunen oder doch eher das Wasser ablassen? Wenn beim Thema Digitalisierung wir laut Bürgermeister ganz vorne liegen, weil die Verwaltung doch jetzt von Fax auf E-Mail umgestiegen.

Wenn die CDU nobelpreisträchtig verkündet, Beckum wird vor Ort gemacht Darüber haben die bestimmt ewig und drei Tage nachgedacht.
Wo wird Beckum gemacht? In Dings, in Bums, in Wadersloh?
Beckum wird in Beckum gemacht. Da sind wir aber froh.

Oder wenn es wieder Bedenken gibt und dieses ewige Gehampel:
Wir kriegen ihn einfach kriegen den Kater Rumskedi auf die Beckumer Ampel. Die Blaulichtfraktion macht sich Sorgen um des Bürgers Sicherheit:
Was würde er tun beim grünen Ampelkater – einfach gehen oder lieber nicht?

Ich grüße den Landrat, heute ganz schön kreideweiß,
schließlich verlasse ich Beckum und wechsele zum Kreis.
Das passt dem gar nicht und wird bei dieser Perspektive zum Null-Bocker. Kein Problem – meine Partei hat schon vorgesorgt mit Dennis Kocker.

Egal was passiert, ob neue Wege oder alter Trott
Im Falle der Fälle greife ich ein als KK SWAT.
Ich bin nicht am Ende, aber für heute hier am Schluss, mit meinem mir eigenen Redefluss.
Ich mag Zitate und heute hier in dieser Halle,
sag ich’s mit Boris Becker: Ich liebe Euch alle.

Einen einzigen Wunsch habe ich noch, Ihr Männer und Frau‘n:
Der nächste Stadtrat darf bunt werden, aber niemals braun.
Toleranz, Vielfalt und Zusammenhalt, das sind unsere Leitmotive
Wir wollen keine Nazis und auch keine menschenverachtende Alternative.

Das war’s, ich sage Tschüss und vergesse Euch nie
Und mein allerletztes Wort hier lautet Rumskedi."

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