17. September 2019 / Allgemeines

Internationaler Tag der Patientensicherheit am 17. September 2019

St. Elisabeth-Hospital Beckum

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den 17. September zum Welttag der Patientensicherheit deklariert. An diesem Tag gibt es im St. Elisabeth-Hospital Beckum ein ganz besonderes Training für das Fachpersonal aus dem ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereich.

In einem speziell für diesen Tag eingerichteten Trainingsraum, dem „Room of Horrors“, gehen die Mitarbeiter auf die Suche nach alltagsnahen, versteckten Fehlern und Risiken für Patienten. Das Patientenzimmer wird realitätsnah eingerichtet sowie Fehler und Gefahren installiert. Beispielsweise erfolgt in der Krankenakte eine Anordnung eines Medikamentes bei gleichzeitigem Hinweis auf eine Medikamentenallergie, ein leerer Desinfektionsmittelspender wird im Raum aufgehängt und eine Patientenrufglocke außer Reichweite für den Patienten platziert. Diese Gefahren können bei genauer Beobachtung der Umgebung im Kontext mit Informationen über den Patienten identifiziert werden.

Die Teilnehmenden erhalten vorab Informationen über den fiktiven Patienten. Ihr Auftrag besteht darin, in einer vorgegebenen Zeit im interprofessionellen Team alle Gefahren und Fehler zu finden. Diese werden notiert und im Anschluss mit dem Lösungsblatt verglichen. Ziel ist es, die Mitarbeiter für konkrete Gefahren der Patientensicherheit zu sensibilisieren sowie das kritische Denken und die Beobachtungsfähigkeit zu schulen.

„Wenn alle aktiv daran arbeiten, kann die Patientensicherheit im Krankenhaus noch weiter optimiert werden“, betont Michaela Ochsenfeld, Leiterin des Qualitätsmanagements im St. Elisabeth-Hospital Beckum.

Zum Thema:
Die Bemühungen um eine fehler- und schadensfreie ärztliche Behandlung und medizinische Gesundheitsversorgung kennen keine Sektorengrenzen. Die Frage, wie Sicherheit für Patienten und  Mitarbeiter im Gesundheitswesen am besten zu erzielen sei, ist hochaktuell.

Es ist deshalb dringlicher denn je, sich mit dem Thema zu beschäftigen,  um Fehler zu vermeiden.
Im Hinblick auf die Patientensicherheit hat das St. Elisabeth-Hospital zahlreiche Maßnahmen implementiert. Einige Beispiele seien hier genannt:

Patientenarmbänder sorgen im St. Elisabeth-Hospital Beckum für noch mehr Sicherheit. Das persönliche Armband, das bereits im Jahr 2014 im heimischen Krankenhaus eingeführt wurde,  bietet den Patienten eine Ausweisfunktion in allen Situationen im Krankenhaus, insbesondere bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, einschließlich Operationen. Hiermit werden Verwechselungen vermieden.

„Seit einigen Jahren setzen wir die WHO-Checkliste zur Patientensicherheit ein. In einem sogenannten „TEAM-TIME-OUT“ wird immer noch einmal durch alle  an einer OP beteiligten Personen überprüft, ob es sich um den richtigen Patienten, den richtigen Eingriff, und die richtige Seite etc. handelt“ betont Michaela Ochsenfeld. Damit ist ein sehr wichtiger Sicherheitsindikator eingebaut.“

Im St. Elisabeth- Hospital sind zudem die wichtigsten und risikoreichsten Prozesse auf ihre Fehleranfälligkeit überprüft und bewertet.

Bei der stationären Aufnahme in das St. Elisabeth-Hospital Beckum werden die Patienten zu ihrer derzeitige Medikamenteneinnahme befragt. Dazu gehören auch Arzneimittel, die sie nicht täglich, sondern nur gelegentlich einnehmen und die eventuell selbst in der Apotheke, der Drogerie oder dem Reformhaus gekauft wurden. Das Ziel der Betreuung durch eine Krankenhausapothekerin besteht darin, die richtigen Arzneimittel in der korrekten Dosierung zum exakten Zeitpunkt und unter Vermeidung von Neben- und Wechselwirkungen zur Gewährung einer möglichst optimalen Arzneimitteltherapie zusammenzustellen. Daneben ist die korrekte Dokumentation aller Behandlungs- und Versorgungsschritte ein entscheidender Faktor, um Informationsverluste zu vermeiden.

Ein weiterer Punkt, der zur Patientensicherheit beiträgt, ist die Optimierung der Hygienemaßnahmen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Dabei kommt nicht nur der Händehygiene eine sehr große Bedeutung zu. Regelmäßige Schulungen zur korrekten Krankenhaushygiene stehen dabei im Mittelpunkt.

„Das St. Elisabeth-Hospital Beckum nimmt seit dem Jahr 2006 aktiv und mit Erfolg am Projekt Euregio MRSA-Netzwerk teil, das die Erfüllung von strengen Qualitätszielen fordert“, so die Hygienebeauftragte, Ulla Altewischer. Um eine Weitergabe dieser Erreger im Krankenhaus möglichst zu vermeiden, erfolgt bei jedem Patienten, der neu aufgenommen wird, ein MRSA-Screening. Das heißt, dass ein Abstrich mindestens aus Nase und Rachen, eventuell auch aus Wunden, entnommen wird. Zusätzlich werden weitere Risikofaktoren für Infektionen erfasst.

Die Mitarbeiter der Krankenhaushygiene stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen, um aktuelle Empfehlungen und Gesetzesvorgaben zeitnah umzusetzen. Dazu gibt es Empfehlungen zur Hygiene, die den Arbeitsschutz (z.B. Handschuhe, Mund- und Nasenschutz), technische Regeln für biologische Arbeitsstoffe (z.B. Umgang bei Tuberkulose) und die Aufbereitung von Medizinprodukten (Sterilisation von OP-Besteck) gesetzlich regeln.

Die vielfältigen Bemühungen um die Krankenhaushygiene werden durch die bereits erreichten Zertifikate belegt.

Zum Foto: Eine gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten ist der Schlüssel zu mehr Patientensicherheit.

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