15. Februar 2018 / Allgemeines

Alte Beckumer Stadtwache: "Heute darf ich zum letzten Mal an euch schreiben."

Das vergangene Wochenende war das „große Finale“.

Alte Beckumer Stadtwache:

Hallo Freunde des „Beckumer Karnevals“,

heute darf ich zum letzten Mal an euch schreiben.

Das vergangene Wochenende war das „große Finale“, aber leider auch mit einigen Abschieden. Doch davon später.

Am Freitag ging es wieder bei „Samson“ los. Man konnte allen die große Freude auf das finale Wochenende ansehen. Nach dem ersten kleinen Umtrunk ging es in lockerer Formation zum „Kolpinghaus“. Dort haben die „Wagenbauer“ ihr Fest gefeiert. Für mich natürlich wieder mit dem Highlight ins Publikum gehen zu dürfen. Schon auf dem Weg herunter von der Bühne wurde ich von einer bezaubernden Dame „eingefordert“. Das ist doch schon einmal ein guter Anfang. Eigentlich keine Überraschung, ich bin halt ein Frauentyp. Ich fand mich wieder bei der „Hofmarschallin“ (heißt das eigentlich so?) und der „Landwirtschaftsministerin“. Meine Güte, die Frauen hatten „Feuer“. Unser Spaßoffizier hat die Temperatur im „Kolpinghaus“ mal locker verdoppelt. Das „tolle“ Bayernlied war natürlich auch wieder dabei. Ich habe es immer noch nicht begriffen, die Damen aber schon. Zum Abschluss gab es Küsschen und ich hoffe, dass ich die Damen spätestens im nächsten Jahr wiedersehe.
Anschließend ging es in Formation zu den Bullis. Im Konvoi ging es zum „Höxberg“, zu den „Heimatlosen“. Ich fahre traditionell im „Stichling-Bulli“ vom „Alt Vellern“. Bernd Stichling hatte das Fahrzeug wohl extra gereinigt. Das Fahrzeug hat geglänzt wie ein Diamant. Leider gab es dieses Mal keine Verpflegung. Bier und Häppchen, Fehlanzeige. Da wird man schon von einem „Sternekoch“ (Bernd Stichling) gefahren und es gibt noch nicht einmal einen „Schokobrunnen“ im Fahrzeug. Das muss zukünftig wieder besser werden. Hatte auch bisher immer geklappt. Diesmal war da aber deutlich „Luft nach oben“.
Bei den „Heimatlosen“ ist immer für Stimmung gesorgt. Ist ja auch kein Wunder, in der Truppe wimmelt es ja von begnadeten Musikern („Bonsai“). Claudia Braunert und Regina Niehaus waren die Damen an meiner Seite, das hat Tradition.
Damit war der Freitag zunächst einmal beendet.
Wie man am Schriftverkehr bei „WhatsApp“ an nächsten Morgen sehen konnte, haben aber wohl wieder einige „Feierbiester“ die Nacht zum Tage gemacht. Komisch, immer die gleichen Gesichter. Die Namen nenne ich lieber nicht, sonst gibt es Ärger. Oder doch …….?

Der folgende Samstag sollte geprägt sein von einer zukünftigen „Frau Doktor“, einem Spaßoffizier „in Bestform“, einem „Deutsch-Franzosen“ und einem „stolzen Kommandeur“. Doch alles der Reihe nach.
Die Reise erfolgte mal wieder im „Lippe-Bus“. Direkt natürlich im größten Bus, drei Achsen. Wir waren schließlich mit 64 Personen unterwegs. Unsere bezaubernden Gattinnen, Freundinnen, Partnerinnen, waren auch wieder dabei.
Den ersten Auftritt hatten wir bei der „NSV Helau“ in Neubeckum, bei „Bockey“. Die Stimmung war toll, aber der enge Saal ist speziell für die „Tanzenden Gardisten“ immer eine Herausforderung. Das Tanzmariechen darf wenigstens noch auf der Bühne tanzen, aber die restlichen Gardisten stehen mitten im Saal. Da wir in Zweierreihen stehen, dreht sich dann jede Seite zum Publikum. Neben mir stand der „Gardist“ Carsten Kolkmann. Da wir dem Publikum zugewandt standen, standen wir „Nase an Nase“ mit dem Publikum.
Da kommt die „zukünftige Frau Doktor“ ins Spiel. Carsten und ich standen direkt gegenüber von „Sarah“. Die war mal ein echter „Hingucker“. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sich über Carstens Augen ein Schleier gelegt hatte. Ansprechbar war er nicht mehr. Sarah hatte aber Geschmack und startete mit mir, nicht mit Carsten, in die Polonaise. Bei entsprechendem Körperkontakt kommt man natürlich direkt ins Gespräch. Ich habe mich natürlich sofort vorgestellt, damit Sarah mich auch ansprechen konnte. Sarah, geboren in der Nähe von Köln, studiert aktuell Geowissenschaften an der Universität in Göteborg und macht dort Ihre Doktorarbeit. Sie sah aus wie 24, ist aber 34 Jahre alt. Ich habe übrigens vorher gefragt, die Daten sind nicht vertraulich. Sarah hat eine Freundin in Neubeckum und deren Freund sei dort im Elferrat. „Sarah, ich hoffe wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Meine Hüften sind dein, für die Polonaise und viel Erfolg bei der Doktorarbeit“.

Weiter ging es nach „Erkenschwick“ zur „KG Blau-Weiss Stimberg“. Als wir dort angekommen sind, gab es erst einmal einen „Einlauf“ von unserem Kommandeur. Wir wollten ein Gruppenfoto machen, doch das hat nicht so geklappt wie sich der Kommandeur das vorgestellt hat. Mann, kann der meckern. War aber auch berechtigt. Aber das lieben wir an ihm, Disziplin muss sein.
In Erkenschwick waren wir nicht zum ersten Mal. Es handelt sich um einen großen Saal, der wie ein Kino nach hinten ansteigt. Perfekt für eine Polonaise, da man auch toll außen herum gehen kann. Anfangs war das Publikum doch etwas „reserviert“, aber das hat sich ganz schnell gelegt nachdem unser Programm in vollem Gange war. Unsere „Vivi“, als Tanzmariechen auf ihrer Abschiedstour hat sofort das „Eis gebrochen“.
Dann kommen wir auch schon zu einem „Spaßoffizier in Bestform“. Da sitzt Christoph Lehrke eben noch im Bus und schläft fast ein und dann steht der Kerl auf der Bühne und dreht den ganzen Saal auf links. „Christoph, dafür hast du meinen größten Respekt“.
Anschließend kommen wir direkt zu meinem „Deutsch-Franzosen“. Da gibt es den lieben Gardisten Thomas Ullrich. Thomas ist liiert mit der bezaubernden Französin „Marie“ (wie sollte sie auch anders heißen). Natürlich haben die beiden anfangs im Bus nebeneinander gesessen. Doch plötzlich war der Platz neben Marie besetzt. Da kam natürlich von einem Gardisten die Frage auf: „Thomas willst du nicht neben deiner Frau sitzen?“. Prompt kam die Antwort von Marie: „Ich bin nicht seine Frau!“. Öha. Das war eine klare Ansage. Ich sehe uns, die komplette ‚“Alte Beckumer Stadtwache“ schon im Laufe des Jahres in Paris, unter dem Eifelturm. Der Eifelturm ist geschmückt mit zehn Millionen pinken Luftballons und ein Flugzeug über dem Eifelturm zieht seine Kreise mit der Aufschrift „Marie, willst du meine Frau werden“. Wie romantisch. „Marie, vorsichtig, wenn Thomas demnächst vor dir auf die Knie geht, dann wird es eng. Die Wache kommt gerne zur Feier. Aber bitte ohne Froschschenkel und Schnecken."

Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem „stolzen Kommandeur“. Es ging erstmalig zum Festzelt nach Münster Ammelsbüren, zur „KG Emmerbach Geister“. Wir kamen in ein riesiges Zelt mit hochkarätigem Programm. Da ist man natürlich erst einmal schwer beeindruckt und auch etwas nervös. Aber dann … „Vivi“ mit ihrem letzten Tanz beim Bühnenkarneval. Das war schon einmal sehr emotional. Dann die „Tanzenden Gardisten“, inzwischen funktionieren die wie ein „Schweizer Uhrwerk“. Die Hose von Gardist Steinhoff rutscht nicht mehr, alles perfekt. Und dann, ich erwähne es auch zum letzten Mal, Christoph Lehrke, mit dem kompletten Programm. Der Mann rockt die Bühne wie Mick Jagger in seinen besten Jahren. Dem kann sich keiner mehr entziehen. Das Zelt bebt. Bei der Polonaise sitzt fast keiner mehr auf seinem Stuhl, egal ob jung oder alt.
Zum Abschluss der Ausmarsch mit dem „kleinen Gardeoffizier“. Unser Kommandeur kommt als letzter durch das Publikum. Der Mann platzt vor Stolz über seine Truppe, das sah man ihm an. Vielleicht hat er damit ein kleines Dankeschön für die viele Zeit bekommen, die er für die Truppe opfert. In vielen Fällen nicht nur Zeit, sondern auch reichlich Nerven.
Bestätigung waren sicher auch die vielen Anfragen von neuen Vereinen, die uns gerne buchen möchten. Die Visitenkarten waren schlussendlich alle verteilt. 
Schön war auch, dass „meine beiden Damen an diesem Abend“ ebenfalls direkt nach Karten für unser Gardefest gefragt haben.

Den Sonntag starten wir traditionell mit dem „Karnevalsgottesdienst“ in „St. Stephanus“. Erscheinen ist hier Ehrensache und das lässt sich auch keiner nehmen. Die Truppe war fast vollzählig angetreten. Die ganze Truppe im Chorraum der Kirche, das ist schon ein imposanter Anblick. Den einzigen Fehler habe ich gemacht. Ich darf traditionell die Lesungen und die Fürbitten übernehmen. Diese Aufgabe „berechtigt“ zur Teilnahme an der Gabenbereitung. Es gibt also einen Schluck Messwein. Tja, ich Trottel habe mich zu früh in die Truppe eingereiht. Also, kein Messwein. Eigene Dummheit.
Anschließend ging es in Formation zum Kinderumzug.
Die Teilnahme am Kinderumzug uns für uns immer eine besondere Freude. Beim Umzug können wir mit den „Karnevalisten von morgen“ feiern. Die verkleideten Kinder, im und am Umzug zu sehen ist immer wieder eine Freude. Da müssen wir uns um den Nachwuchs keine Sorgen machen. Ein großer Dank gilt immer wieder den Organisatoren dieser Veranstaltung.
Nach dem Umzug ging es zum gemeinsamen Mitttagessen in den „Pulverschoppen“. Da war es dann auch endlich an der Zeit die erste Erfrischung zu sich zu nehmen. „Zaffi“ hat uns mit seinem Team ein tolles Mittagessen gezaubert. Dafür gab es natürlich den Jubiläumsorden. „Zaffi, ein Bitte, ich hätte gerne das Rezept von dem Dessert, das war traumhaft“. Vorab schon einmal vielen Dank dafür J.
Der offizielle Abschluss an diesem Tag war die „Schlüsselübergabe“ am Marktplatz. Ein besonderes Highlight für mich war das Karnevalslied vom Elferrat. „Jungs, das war spitze“. Wenn ich mal Stadtprinz werde, dürft ihr wieder singen. Also vermutlich nächstes Jahr!!
Für uns sollte es natürlich nicht der Abschluss sein. Wir treffen uns nach der Schlüsselübergabe immer noch bei unseren lieben Mitgliedern „Doris und Jürgen (Schneemann) Dreisewerd“. Wir dürfen ihr Geschäft „Feiner Schenken“ immer für einen gelungenen Tagesabschluss nutzen. Dies hat schon seit vielen Jahren Tradition und wir durften auch an diesem Abend wieder dort sein.

Dann folgte der Montag mit einem gelungenem „Straßenkarneval“ und einem emotionalen Abschluss. Der „Wettergott“ hatte es gut mit uns gemeint. Wir konnten mit vielen Teilnehmern und Zuschauern einen schönen Tag feiern. Persönlich hatte ich jedoch das Gefühl, dass schon mal mehr Leute an den Straßen gestanden haben. Aber da mag ich mich täuschen. Es war zwar kalt, aber trocken. Da hätten es ein paar mehr Zuschauer sein dürfen.
Nach dem Umzug haben wir uns zum „Tanztee“ im „Vamos“ getroffen. Amira hat uns mit ihrem ganzen Team ein eine tolle Lokalität zur Verfügung gestellt. Da wurde es dann zum Abschluss noch sehr emotional.

Der „Tanztee“ ist in jedem Jahr der Moment auch mal „danke“ zu sagen, für die vielen Helfer. Davon gab es in diesem Jahr viele, hatten/haben wir doch ein besonderes Jahr. Da gab es das „Organisationsteam“ für das Jubiläumsfest, mit Tim Altgott, Sandra und Ralf Pelkmann und dem kompletten Vorstand.
Wer unseren Kommandeur kennt, weiß dass er niemanden vergisst. Sogar die die Messdiener vom Gottesdienst an unserem Jubiläumstag bekamen ein kleines Dankeschön, einen Gutschein für ein dickes Eis. Für mich besonders gut, meine Kinder waren auch dabei, aber am Abend nicht anwesend. Da kann ich mir dann zwei Eis gönnen. Das bleibt aber bitte unter uns.

Dann kommen wir auch schon zu den traurigen Momenten.
Wir feiern in diesem Jahr unser 25-jähriges Jubiläum, das ist sehr erfreulich. Leider verlieren wir aber auch Mitglieder „aus dem aktiven Dienst“.
Unser Tanzmariechen „Vivian Mermeier“ hat sich zu unserem größten Bedauern entschlossen, die „Tanzschuhe an den Nagel“ zu hängen. Wir hatten mit „Vivi“ ein Tanzmariechen, das in jedem Jahr einen tollen Tanz auf die Bühne gebracht hat, der die Zuschauer begeistert hat. Zusätzlich hatten wir mit „Vivi“ ein „tolles Mädchen“, die perfekt in die Truppe gepasst hat. Sie war ein fester Bestandteil des Vereins und hat uns schöne Momente beschert. „Vivi, wir werden dich vermissen“. Zur Verabschiedung gab es donnernden Applaus und Standing Ovation. Vivi hat uns aber fest versprochen, dass wir sie noch ganz oft bei uns begrüßen dürfen.

Leider sollte dies nicht die letzte Verabschiedung sein. Unsere Tanztrainerinnen, Melanie Berkemeier und Sandra Prinz, werden ebenfalls aufhören.
Die „Mädels“ haben in den vergangenen Jahren das „Tanzmariechen“ und die „Tanzenden Gardisten“ begleitet. Ich darf als ehemaliges Mitglied der „Tanzenden Gardisten“ sagen, dass sie dies in Perfektion gemacht haben. Die Aufgabe ist mit viel Aufwand und Zeit verbunden. Speziell die Übungsstunden mit den Tänzern dürften sehr „aufreibend“ gewesen sein. Stellt euch ein Horde Männer vor, die ungefähr so beweglich sind wie ein Sack Zement. Dieser Truppe müsst ihr das Tanzen beibringen. Nicht wirklich einfach. Wir Männer haben jede Minute mit den beiden „Mädels“ genossen. Kein Wunder, sehen ja auch noch „lecker“ aus.
„Mädels, mal aus meiner Sicht, wir haben jede Minute mit euch genossen, danke dafür“.

Aber als wenn das nicht schon genug Emotionalität gewesen wäre. Auch hier muss es der Kommandeur toppen. Thomas hat seiner Familie mit sehr netten und emotionalen Worten dafür gedankt, dass er in den letzten Monaten viel Zeit für die „Alte Beckumer Stadtwache“ aufgebracht hat die dann der Familie gefehlt hat.
Zum gelungenen Abschluss konnten unsere Musiker nochmals zeigen wofür wir sie lieben. „Gute Laune Musik“, zur besten Unterhaltung aller Gäste.

Der Abschluss ist dann immer der „Klingeldienstag“ mit der Prinzenbeerdigung von unserem Walter Sachs mit seiner Gattin Carola. Wir hatten ein würdiges Prinzenpaar, das immer für gute Laune gesorgt hat. So soll es sein.

Ich selbst freue mich schon besonders, denn im nächsten Jahr müsste ich dann wieder dran sein. Es sei denn ich werde Stadtprinz, dann muss die „Alte Beckumer Stadtwache“ noch ein Jahr warten.
So, dass soll es zunächst von mir gewesen sein.

 

Abschließend noch ein paar Worte in eigener Sache.

Ich möchte mich für das tolle Feedback von euch bedanken. Ich freue mich sehr, dass ich (meistens) den richtigen Ton gefunden habe um euch die Wochenenden mit der „Alten Beckumer Stadtwache“ zu schildern. Abgesehen von einer Ausnahme (dafür kann ich mich nur entschuldigen) hat auch keiner geschimpft. Alle anderen haben es mit großem Humor aufgenommen, wenn sie mal „auf die Schippe genommen“ wurden.

So soll es sein, denn das ist Karneval. Denn das ist auch unser Motto: „Spaß haben und die Alltagssorgen vergessen“.

 

„Uppe Wacht“

 

Sommer

(Dr. Sommer)

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