Was bleibt verborgen, worüber sprechen wir nicht und welche Geschichten stecken hinter Dingen, die uns ganz alltäglich erscheinen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Künstlerin Lily Jenkel in ihrer Ausstellung „Unter den Teppich gekehrt“, die ab dem 25. September im Stadtteilwohnzimmer Verve! in Neubeckum zu sehen ist.
Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 25. September, um 18 Uhr mit einer Vernissage. Musikalisch begleitet der Münsteraner Rapper IZDW den Abend. Dazu gibt es Häppchen und feine Getränke. Der Eintritt ist kostenlos.
Lily Jenkel, Jahrgang 1995, studierte Design mit dem Schwerpunkt Animation an der Münster School of Design. In ihrer künstlerischen Arbeit widmet sie sich vor allem dem Medium Textil. Mit Punch Needle und Tufting entstehen skulpturale Bilder, die durch kräftige Farben, weiche Materialien und eine spielerische Bildsprache auffallen. Inhaltlich geht es um Identität und Erinnerung, aber auch um Geschlechterbilder, gesellschaftliche Prägungen und Konflikte.
Der Titel „Unter den Teppich gekehrt“ ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen. Jenkel richtet den Blick auf das, was gerne verborgen bleibt. Vertraute Motive führen zu persönlichen Erinnerungen, Scham, Tabus und kulturellen Geschichten, die unter der Oberfläche liegen.
Zu sehen sind unter anderem Arbeiten aus den Reihen „Am Fliesentisch“ und „Bloody Shame“. In „Am Fliesentisch“ nimmt Jenkel die deutsche Esskultur in den Blick. Döner, Spaghettieis oder Falscher Hase werden zu Motiven, hinter denen sich persönliche Erinnerungen ebenso verbergen wie gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen.
Mit „Bloody Shame“ widmet sich die Künstlerin einem Thema, das für viele Menschen zum Alltag gehört und dennoch häufig unsichtbar bleiben soll: der Menstruation. Die Arbeiten beschäftigen sich mit Scham, Unsicherheit und der gesellschaftlichen Erwartung, etwas vollkommen Natürliches möglichst zu verbergen.
So entsteht in Neubeckum eine Ausstellung, die mit Farbe und weichen Materialien zunächst leicht und verspielt wirkt, beim genaueren Hinsehen aber Themen sichtbar macht, über die oft nur leise oder gar nicht gesprochen wird.
Die Ausstellung „Unter den Teppich gekehrt“ ist vom 25. September 2026 bis zum 15. Januar 2027 im Stadtteilwohnzimmer Verve! zu sehen.





