17. Dezember 2019 / Allgemeines

Kellerlabyrinth hinter Stahltüren verborgen

Eiskeller an der Stromberger Straße

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Als im Jahr 1997, aufgrund von Baumaßnahmen an der Stromberger Straße, Kellergewölbe freigelegt wurden, erinnerten sich einige Beckumer daran, dass es hier früher die Brauerei C. B. Schrulle gegeben hat, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts die ersten Eiskeller an der Stromberger Straße anlegte und immer weiter ausbaute.

Dabei dienten die Gewölbe mit ihren verzweigten Gängen als Eisdepot. „In den riesigen Eiskellern wurde Natureis eingelagert“, weiß Josef Kneißel zu berichten, dem der Keller gehört. Im Winter wurde bei Minustemperaturen in verschiedenen Steinbrüchen Natureis abgebaut und mit Pferdefuhrwerken in den Eiskeller gebracht. Außerdem überfluteten die Beckumer einen damaligen Festplatz an der Heddigermarkstraße und „ernteten“ hier das Eis, um es in den tiefgelegenen Keller zu transportieren. Über Einfüllschächte gelangte das Eis in die Gewölbe. Das hier aufbewahrte Eis reichte für ein ganzes Jahr und wurde mit der Spitzhacke bei Bedarf abgebaut. Die Voraussetzung für die Lagerung war im Eiskeller erfüllt, denn hier herrschte das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 0 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 75%. Neben Eis wurden hier auch Getränke und Lebensmittel gelagert. Heute wird der Eiskeller nicht mehr genutzt. Als um 1920 die ersten Eisfabriken entstanden, die Kunsteis erzeugten, verlor der Eiskeller an Bedeutung.

Vom Eingang der Stahltüren aus verläuft ein rund 80 Meter langes, gemauertes Gewölbe parallel zur Stromberger Straße. Beim Öffnen der Türen schlägt dem Besucher ein kühler Luftzug ins Gesicht und gähnende Dunkelheit erfüllt den Gang. Erst eine starke Taschenlampe bringt Licht ins Dunkel und wirft ihren Schein auf den aus Ziegelsteinen gemauerten Gang. Der leicht abschüssige Weg ist feucht und die Durchgänge sind niedrig.

Es gibt Räume unterschiedlicher Größe, die zur Brauerei gehörten und über eine Treppe bestand eine direkte Verbindung zu den ebenerdigen, im Hang eingebauten Wirtschaftsräumen. An der Südseite des Ganges befinden sich die Eislagerräume die riesig groß sind und eine Höhe von rund sieben Metern aufweisen.

Zu entdecken gibt es in der Eingangstür eines Raums auch Stalaktiten. Ohne die starke Lampe könnte man hier die Hand vor Augen nicht sehen und vom weit entfernten Eingang dringen nur ein paar Sonnenstrahlen herein. Von außen aber erinnern nur die Stahltüren, an den ehemaligen Eiskeller, die den Eingang in das Kellerlabyrinth hinter sich verbergen.

 

Von: Elisabeth Eickmeier

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